Family Life

Sommerferien 2018 – Was lernen wir daraus?

Sommerferien – eine endlose Zeit voller Abenteuer, Erlebnisse, Geheimnisse, Sonne, Eis und Spaß. Habt ihr auch diese Erinnerungen an eure Kindheit? Ich weiß noch, wie wir mit dem Auto an die Nordsee gefahren sind, mein Bruder und ich liegend auf der Rückbank; beim Einschlafen huschten die Lichter der Straßenlaternen vorüber und morgens machten wir auf einem Rastplatz Halt und putzen uns mit Tee die Zähne. Ich hatte ein kleines elektronisches Spiel mit drei Tasten, bei dem ich Menschen aus einem brennenden Haus auffangen musste, das schrecklich piepste und keinen Knopf zum Pausemachen hatte – ach, welche schöne Erinnerungen… Unsere Reise nach Frankreich traten wir tagsüber an, alle Kinder saßen fest angeschnallt in ihren Sitzen und hatten Tiptois mit Kopfhörern dabei. Abgesehen von diesen technischen Neuerungen war aber das Gefühl ähnlich wie damals, voller Vorfreude und Abenteuerlust – ich hoffe, dass meine Kinder später genauso viele schöne Erinnerungen an unsere Sommerurlaube haben werden wie ich.

Im Einfachen das Wunderbare sehen

Der Blick aus unserem Fenster

Dieses Jahr fuhren wir wieder in ein kleines Dorf im Burgund, wo wir mit anderen Familien gemeinsam eine Woche verbrachten. Die Unterkünfte, ja das ganze Leben dort, sind sehr einfach: Pro Familie gibt es ein Zimmer, unseres war glücklicherweise mit drei Hochbetten ausgestattet, was dem sonst so häufigen Geschwisterstreit direkt vorgebeugt hat.

Der Tag ist durch drei gemeinsame Mahlzeiten strukturiert, wir durften mithelfen, das Frühstück auszuteilen. Dieses besteht immer aus Kakao, Brötchen und Butter sowie zwei Stücken Schokolade für jeden – was die Kinder absolut begeistert! Am Vormittag werden die Kinder nach Altersgruppen getrennt betreut, so dass wir Erwachsene Zeit für Austausch und Gespräche haben, nach dem Mittagessen gibt es eine lange Pause, bis nachmittags ein gemeinsames Programm mit Theaterstück und Spielezeit ansteht. Gerade durch diesen Zeitablauf entstehen für mich viele Inseln an Freizeit und Ruhe. Ich muss mir kein Bespaßungsprogramm überlegen, die Kinder sind völlig frei, rennen den ganzen Tag draußen herum, spielen mit anderen Fußball und verständigen sich mit Händen und Füßen. Ich hatte Zeit für mich, Zeit zum Lesen, Zeit zum Gitarrespielen. Es war einfach nur erholsam.

Meine Gefühle und Gedanken

Jeden Tag draußen spielen

Gleich nach dem Aufstehen nach draußen, unter freiem Himmel essen – ich bin davon überzeugt, dass gerade die vielen Stunden an der frischen Luft, das Toben, Laufen, Rennen, Klettern, Fußballspielen, Schnitzen, Schreien, einfach zu spielen und frei zu sein der wichtigste Faktor für entspannte Kinder war. Auch an den zwei völlig verregneten Tagen wurde draußen getobt und im Matsch getollt. Erst als es dunkel wurde, krochen alle in ihre Betten, wo sie nach einer gemeinsam ausgedachten Gute-Nacht-Geschichte in kürzester Zeit einschliefen.

Mit dem Großen gab es kaum Reibungspunkte, er stand früh auf, war praktisch den ganzen Tag auf Achse, wir trafen uns zum Essen, bevor jeder wieder seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen konnte. Keine Zwänge, kein Zeitdruck, kein Kampf, keine Aufgaben, die erledigt werden mussten. Und gerade deswegen nahm er zu unserer Überraschung freiwillig am Gemeinschaftsprogramm teil! Weil er es wollte, weil er es frei selbst entscheiden konnte, weil es keine Aufforderung dazu gab.

So müssen Hosen aussehen 🙂

Ich bin oft dreimal täglich den halben Kilometer ins Nachbardorf gelaufen – und habe einfach gefragt: wer möchte mitkommen? Mal war es Lisa, mal Anna, einmal sogar Tom, mal beide Mädels. Es gab auch hier keinen Druck, sondern Freiheit. Ich konnte gehen, wenn ich es wollte, ganz ohne schlechtes Gewissen, wie oft zu Hause, wenn ich etwas für mich selbst machen möchte. Jeder hat für sich selbst gesorgt und das getan, was sich für ihn in diesem Moment gut angefühlt hat. Es gab Zeit in der Familie, exklusive Momente mit jedem Kind, Zeit zu zweit und Zeit für sich alleine – alles in Balance.

Was nehmen wir mit?

Am letzten Tag haben wir uns hingesetzt und überlegt, was jedem einzelnen von uns am Urlaub gut gefallen hat und was wir davon in unseren Alltag übernehmen wollen. Auf folgende Punkte konnten wir uns einigen:

  1. Gemeinsame Mahlzeiten, keine Snacks
  2. Jeden Tag draußen spielen
  3. Nicht über andere bestimmen, jeder sagt, was er tun möchte
  4. Gute-Nacht-Geschichte zusammen ausdenken
  5. Jeden Tag Lieder singen

Ich hoffe, dass wir es auch zu Hause schaffen, uns an die Schönheit der Einfachheit noch lange zu erinnern. <3

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2 Gedanken zu „Sommerferien 2018 – Was lernen wir daraus?“

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