Grundsätze

Im Laufe meiner Zeit als Mutter habe ich viele Erziehungsratgeber gelesen, von denen mich manche mehr und manche überhaupt nicht inspiriert haben. Aus allen Anregungen habe ich einige Überzeugungen erlangt, auf denen mein Umgang mit den Kindern basiert. Dies sind meine wichtigsten Grundannahmen:

  1. Jede Handlung von jedem Menschen dient dazu, sich ein Bedürfnis zu erfüllen. 
    Alle Menschen handeln aus guten Gründen. Wenn Kinder etwas tun, sollte man das beste anzunehmende Motiv hinter dem Verhalten vermuten. Gefühle (innerlich) und jede Form von Vorwurf, Angriff oder Urteil (äußerlich) zeigen an, dass Bedürfnisse nicht erfüllt sind.
  2. Jeder Mensch möchte seine eigenen Bedürfnisse erfüllen und handelt nicht vorsätzlich gegen andere.
    Das ist eine Weiterführung oder Konkretisierung des ersten Grundsatzes, da es so oft vergessen wird. Einige Handlungen von Menschen nehmen wir als gegen uns gerichtet wahr (“Das tut er bloß, um mich zu ärgern!”) – das gilt es abzulegen!
  3. Meine eigenen Bedürfnisse sind genauso wichtig wie die anderer Menschen.
    Dahinter steckt der Grundsatz der Augenhöhe (der Name des Blogs kommt also nicht von ungefähr). Ich habe ein Bedürfnis, du hast ein (anderes) Bedürfnis, das ist okay so. Wir beide sind gleich wichtig, unser beider Bedürfnisse möchten gleichermaßen erfüllt werden. Das versuchen wir.
  4. Es geht nicht darum, dass ein einzelner bekommt, was er möchte, sondern um die Bedürfnisse von ALLEN Beteiligten.
    Ziel ist das so genannte “unden”, also “und machen”, verbinden von Bedürfnissen. Eben Konsens statt Kompromiss, ein neuer Weg. Denn wie sagte meine schlaue Tochter: “Beim Kompromiss bekommt ja keiner, was er will!”
  5. Menschen tragen gern zum Wohlergehen anderer bei, wenn sie dies freiwillig tun können.
    Der Mensch an sich ist gut. Kinder wollen kooperieren, sie wünschen sich, dass Mama und Papa glücklich sind (auch wenn sie nicht dafür verantwortlich sind!) Wenn sie nicht kooperieren wollen, gibt es dafür wiederum gute Gründe. Je mehr ich auf die Kinder eingehe, desto bereitwilliger kooperieren sie auch mit mir. Der Familienalltag besteht aus Geben und Erhalten.blur-book-book-pages-415061