Urlaub in der Patchworkfamilie zu planen ist kompliziert. Ich hatte euch gefragt, welches Thema ihr euch wünscht. Die überwältigende Mehrheit hat das Thema Urlaubsplanung vorgeschlagen. Also alles, was damit zu tun hat, wenn es in die Ferien geht. Das ist ja bei einer Patchworkfamilie noch mehr, was es da zu bedenken gibt, als bei einer kleinen Kernfamilie, wo alle zusammen sind und es völlig klar ist, dass alle zusammen sind. Das ist ja in unseren Konstellationen, in denen wir leben, ein bisschen anders.

Wie ist das bei euch geplant?

Mit wie vielen Menschen fahrt ihr denn in den Urlaub? Wie funktioniert das normalerweise? Was gibt es da für Absprachen? Ist es immer gleich? Wird es jedes Jahr neu ausgehandelt?

Da gibt es ja super viele Möglichkeiten. Jede Patchworkfamilie hat ihre eigenen Lösungen, die gut funktionieren und vielleicht auch Tipps für die anderen. Das ist ein Thema, bei dem jeder etwas beitragen kann. Wie läuft es bei euch? Was ist geplant? Ist das jedes Jahr neu auszuhandeln oder gibt es einen Standard?

Wie es bei uns ist

Ich kann ja mal erzählen, wie es bei uns ist. Als Tom noch bei seiner Mama gewohnt hat, war klar, dass er die halben Ferien hier war. Wir haben einfach mit ihr abgesprochen, wie das von den Zeiten am besten passt. Seit wir unsere beiden gemeinsamen Kinder noch hatten, haben wir die Urlaubsplanung an die Schließzeiten vom Kindergarten angepasst. Aktuell haben wir drei Kinder in drei unterschiedlichen Einrichtungen, die alle unterschiedliche Schließzeiten haben. Das ist ziemlich blöd. Ein bisschen herausfordernd für uns.

Der Patchwork-Vorteil Nr. 1

Ich persönlich finde ja, das ist einer der wirklichen Vorteile von einer Patchwork-Konstruktion. Wir müssen die Schließzeiten vom Hort nicht alle alleine abdecken, sondern die Mutter von Tom ihn in der Zeit dann auch betreuen kann. Das ist super. Das ist bei uns eines der wichtigsten Entscheidungskriterien, wie wir diese Ferienzeiten aufteilen. Es ist durch die Schließtage der Einrichtungen vorbestimmt. Ist das bei euch auch so, dass so viel vorgegeben ist?

Schulferien in unterschiedlichen Bundesländern

Wenn man Schulkinder hat, ist es ja sowieso auf die Ferien beschränkt. Da könnte ich mir vorstellen, vielleicht habt ihr das Problem, dass ihr in unterschiedlichen Bundesländern wohnt. Ist das bei jemanden ein Thema? Oder dass man gerade in der Zeit dann gar keinen Urlaub nehmen kann. Solche Konstellationen gibt es ja auch. Das ist der erste limitierende Faktor.

Bei uns ist es so, dass wir im Prinzip jetzt, wo Tom bei uns wohnt, auch die Ferien hälftig teilen. Momentan ist er aber gern viel bei seiner Mama, weil er sie oft sehr vermisst unter der Woche. Für die Osterferien – das sind ja die nächsten Ferien, die jetzt im April anstehen – ist jetzt die Überlegung, ob er die kompletten zwei Wochen dann bei ihr ist und wir dann zu viert die Großeltern in Norddeutschland besuchen.

Urlaubstipps – Dein Input

Wie ist das bei euch? Macht ihr es hälftig? Ist das immer gleich? Wer legt fest, wann das ist?

Ich fände es schön, wenn sich jeder mal mitteilt. Denn vielleicht sind das ja Ideen, die für euch ganz selbstverständlich sind, die aber anderen eine neue Möglichkeit zeigen. So könnte man es auch machen. Bei anderen läuft es so und so gut. Vielleicht ist das gut, sich da mal auszutauschen und ein paar Ideen zu sammeln. Was bei anderen gut funktioniert, könnte ja auch ein guter Tipp für einen selbst sein. Schreib gern unten in die Kommentare. Ihr habt das ja auch schon fleißig in der Facebook-Gruppe gemacht. Ich habe hier notiert, was ihr so geschrieben habt.

Wie kann der Urlaub so gestaltet werden, dass es allen gerecht wird?

Da geht es um die Frage: Ist es ok, wenn die Kinder mit der Kindsmutter in den Urlaub fahren? Oder wenn man selbst in den Urlaub fährt ohne Bonuskind oder ohne Geschwister. 

Anna hat gerade geschrieben:

Wir sind an die Schließzeiten des Kindergartens angewiesen. Bisher war das Bonuskind dann auch genau in diesen drei Wochen bei uns und es hat super geklappt. Dieses Jahr hat seine Mutter genau in der Zeit einem Urlaub geplant ohne eine Absprache mit uns, obwohl wir ihr schon lange die Schließtage mitgeteilt haben. Das finde ich sehr schade. Sie kommuniziert mit uns kaum.

Hast Du eine Idee, warum sie das gemacht hat? Was das ein besonders tolles Angebot? Wahrscheinlich ist die Vermutung, das ist ja wieder der erste Gedanke, der so aufploppt: Das hat sie doch bestimmt gemacht, um euch zu ärgern.

Es ist natürlich schade, wenn gerade die Ferienzeit dann für so viele Konflikte sorgt. Das ist übrigens völlig normal. Es gibt Statistiken darüber. Als ich über unsere Sommerferien im letzten Jahr geschrieben habe, bin ich auf einer interessante Studie gestoßen, dass die Scheidungsraten nach den Ferien, vor allem Sommer- und Weihnachtsferien, in die Höhe gehen, weil man da einfach so viel aufeinander sitzt und so viele Anliegen, Bedürfnisse und Gefühle zusammen prallen.

Vielleicht nimmt man sich auch zu wenig Zeit für einen selbst, die man ja durchaus braucht. Es ist der Eindruck, dass es eine Art Zwang ist, die Ferien immer komplett miteinander verbringen zu müssen. Das habe ich auch der Frage von Gaby herausgelesen.

Ist es in Ordnung, in den Urlaub zu fahren, auch wenn das Bonuskind zu Hause bleiben will?

Ich finde ja! Zum Beispiel haben wir es auch schon so gemacht, dass mein Mann mit seinem Sohn in ein Vater-Kind-Camp gefahren ist. Das war ziemlich cool. Die haben in Zelten übernachtet. Ein Jahr gar es ein Ritter-Motto. Dann haben sie mit mehren anderen Kindern und anderen Vätern gelebt. Das Konzept da war auch, dass es nur die Väter sind. Ganz lustig. Er hat später erzählt, dass sie mal überlegt hatten, ein Mütter-Camp zu machen, sich das aber schnell wieder erledigt hatte. Die Mütter waren da etwas etepetete und hatten keine Lust, eine Woche lang nicht zu duschen und nach Lagerfeuer zu duften. Aber die beiden Männer hatten da durchaus ihren Spaß, also der Große und sein Sohn.

Urlaub travel

Es gibt kein Gesetz, dass alle zusammen fahren müssen

Das finde ich völlig legitim. Ich finde, dass es keine Verpflichtung sein muss, jetzt zwangsläufig alle unter einen Hut zu kriegen. Dass man sagt, das gehört sich aber so. Das sind doch die Ferien. Wir müssen doch… Wer sagt das? Wer legt das fest? Das ist die erste Frage: Woher kommt diese Gedanke? Was steckt dahinter? Ist das ein alter Glaubenssatz? Ist das etwas, von dem man denkt, das war schon bei uns früher so. Oder das hätte ich mir immer gewünscht. Das kann ja auch sein, dass so etwas dahintersteckt. Ich finde grundsätzlich alles “man müsste”, “man sollte”, “das gehört sich so” immer hinterfragen. Das macht nämlich schon einen großen Teil der persönlichen Entscheidungsfreiheit aus. Sich zu erlauben, Dinge nicht als gegeben und als Zwang hinzunehmen.

Ein alter Glaubenssatz?

Wie ist das für euch? Habt ihr das Gefühl, das gehört sich so? “Wir müssen doch alle zusammen wenigstens einmal im Jahr wegfahren.” Oder könnt ihr damit ganz gut umgehen? Vielleicht hat man auch den Gedanken: Wir wollen ja auch als Paar zusammen sein. Welche Kinder gehören dazu? Fühlt sich das Bonuskind vielleicht ausgeschlossen? Das klang auch etwas in Gabys Frage an. Ich habe es so verstanden, dass du zwei Bonuskinder hast. Eines würde gern mit euch in den Urlaub fahren und der andere möchte lieber zu Hause bleiben.

Bedürfnis als Dreh- und Angelpunkt

Ich würde es auch hier versuchen, das ganze auf diese Ebene zu bringen. Ich sage so oft das Wort Bedürfnis. Es ist der Dreh- und Angelpunkt für alles! Wenn man noch an dem Punkt ist “Fährt er mit in den Urlaub oder nicht?”. Dann gibt es nur zwei Möglichkeiten. Ja oder nein. Dann kann ja nur eines von beiden richtig sein oder einer von beiden kann nur gewinnen. In dem Moment, wo man fragt: “Was erfüllt er sich damit, wenn er zu Hause bleibt? Worum geht es ihm denn?”, löst sich das. 

Strategie WLAN, Bedürfnis Verbindung?

Du hattest geschrieben, ihm ist wichtig, dass er WLAN hat. Das ist ja erstmal ein legitimer Wunsch. Was erfüllt er sich damit, dass er WLAN hat? Geht es ihm um die Verbindung zu seinen Kumpeln? Ist es vielleicht eine Möglichkeit, einen Freund von ihm mitzunehmen? Würde das dieses Bedürfnis erfüllen? So dass ihr das in eure anderen Bedürfnisse integrieren könnt? Ich bin immer bestrebt, kreative Lösungen zu finden, um die Bedürfnisse aller darin abzudecken. Worum könnte es ihm gehen? Was mag er gern zu Hause? Was ist sein Grund dafür, zu Hause bleiben zu wollen?

Strategie Zuhause bleiben, Bedürfnis Ruhe?

Hat er keine Lust auf Stress? Hat er keine Lust auf Sightseeing? Was stört ihn? Will er gern ausschlafen? Will er einfach nur chillen oder sich erholen? Kann man ihm das Bedürfnis an einem anderen Ort erfüllen? Dass es losgelöst wird von der Strategie, zu Hause bleiben zu wollen. Dann würde euer Wunsch, ihn dabei zu haben, wohinter vielleicht das Bedürfnis nach Verbindung steckt, nach Zugehörigkeit, nach gemeinsamer Zeit, auch erfüllt. Dann könnte man das vereinen.

Es könnte natürlich auch sein, dass ihr sagt: Okay, uns geht es gar nicht so sehr darum. Vielleicht ist das für euch ja auch in Ordnung, wenn er zu Hause bleibt. Wenn das für euch eine Lösung ist, die für alle in Ordnung ist, dann ist das ja völlig legitim. Ich finde es wichtig, die Räume zu öffnen und zu überlegen, was alles möglich ist, was man jetzt noch nicht bedenkt. Weil man immer von dem Blick kommt: A oder B. Entweder er kommt mit oder er bleibt zu Hause. Vielleicht gibt es ja noch andere Möglichkeiten.

Terminvorgabe durch die Kindsmutter

Die Terminvorgabe durch die Kindsmutter hatte ich gehört. Anna hatte auch gesagt, sie hat das einfach über euren Kopf hinweg gebucht. Ellie hatte auch geschrieben, dass die Kinder viele Termine haben und die die Zeitfenster so eng machen. Und es dann sogar hinterher heißt, ihr habt euch gar nicht genug bemüht, euch ist das ja gar nicht wichtig.

Da geht es ja wie so oft um Kommunikation. Warum buchen die da Sachen? Warum redet man nicht vorher darüber? Was gibt es für Möglichkeiten, um niederschwellig miteinander zu kommunizieren? Ist WhatsApp gut oder entstehen dadurch viele Missverständnisse? Gibt es die Möglichkeit, einen gemeinsamen Kalender zu nutzen, in den Termine eingetragen werden. Natürlich ist so ein Tool immer nur so gut wie die Leute, die damit arbeiten. Alles, was man über ein externes Tool oder elektronisches Helferlein macht, muss natürlich von den Menschen mit Daten gefüttert werden.

Urlaub Patchworkfamilie Kommunikation

Kommunikation ist der Schlüssel

Aber es entspannt vielleicht insofern, weil man nicht immer direkt alles miteinander ausdiskutieren muss. Wenn man sagt, ich habe da aber die und die Termine, bekommt man nicht gleich zu hören: wie kannst Du nur. Das könnte eine Möglichkeit sein. Ich kann mich da gern mal auf die Suche machen und umhören, was es da für Möglichkeiten gibt. Das ist ja eine Schwierigkeit, mit der alle Patchworkfamilien zu kämpfen haben oder was immer Thema ist. Die gemeinsamen Termine abzusprechen. Was steckt dahinter? Was will jeder? Es geht immer darum, was ist das in dem Moment wichtigste Bedürfnis.

Auch bei den Kindern. Was ist denen denn wichtiger? Wenn die sich jetzt entscheiden, die meisten Kinder sind ja schon in dem Alter, wo sie durchaus ihre eigenen Interessen haben. Anna hat nochmal geschrieben:

Das wissen wir nicht. Da sie eben nicht viel redet. Wir haben nur gesagt, dass wir in den anderen Wochen arbeiten müssen und BK eben nicht bei uns sein kann.

Das ist schade! Was sagt das Bonuskind dazu? Wenn die mit in den Entscheidungsprozess einbezogen werden und dann selbst in einem Alter sind und sagen: Ich habe darauf keine Lust, ich will das nicht. Dann kann man die ja auf jeden Fall mit anhören. Ein Kind gegen seinen Willen mitzuschleifen, führt zu Unfrieden. Wenn jemand nicht gern irgendwo sein will und gezwungen wird, da zu sein, dann ist Kooperationsbereitschaft, sich an Aktivitäten zu beteiligen, pünktlich aufzustehen oder an Mahlzeiten teilzunehmen, nicht sonderlich hoch.

Ich finde es immer wichtig, jeden zu hören. Wir hatten es ja auch neulich mit der Methode Familienkonferenz. Wir sammeln wild alle möglichen kreativen Vorschläge. Was jedem wichtig ist, was jeder gern hätte. Wünsch dir was. Das ist Brainstorming. Es wird nicht zensiert, wir können jeden Quatsch aufschreiben, und vielleicht ist ja etwas dabei, das für alle passt, an das die anderen noch nicht gedacht haben.

Das Bonuskind möchte lieber zu uns. Mal schauen, wo er letztendlich sein wird. Er kann seine Meinung auch öfter ändern. 

Die Ferien sind in erster Linie zum Erholen da, für alle. Ich glaube, man macht sich selbst viel zu wenig Gedanken darüber: Was möchte ich in den Ferien? Worum geht es mir? Jetzt bin ich schon wieder beim Bedürfnis. Was ist mein Bedürfnis, das in diesen Ferien durch gewisse Strategien erfüllt werden könnte? Was im Alltag schwieriger ist. Ich habe dann mehr die Möglichkeit, Sachen für mich zu machen, mir eine Auszeit zu nehmen oder Sport zu machen.

In die Berge oder ans Meer?

Der eine will gern in die Berge, weil er da wandern gehen kann. Der andere will gern ans Meer, die ganze Zeit im Liegestuhl liegen. Das ist ja der klassische Konflikt, wenn es generell um Urlaubsplanung geht. In die Berge oder ans Meer. Das startet auch wieder mit diesem Entweder-Oder. Es kann nur einen geben. In dem Moment, wo man sich löst von “Ich will in die Berge!” – “Ich will da aber nicht hin!” und hinkommt zu “Was erfüllst Du Dir denn, indem Du in die Berge möchtest? Aha, Dir geht es ums Wandern. Dir geht es um die Bewegung. Du möchtest Dich gern sportlich betätigen. Ich würde so gern ans Meer! Einfach dieser Anblick vom Meer, das Rauschen und die Wellen – das entspannt mich.”

Jetzt hat man die beiden Bedürfnisse Entspannung und Bewegung. Jetzt kannst Du überlegen, wie bekommst Du beides unter einen Hut. Es könnte eine Idee sein, zu sagen: “Gut, dann fahren wir ans Meer und machen da einen Surfkurs oder eine Wattwanderung.” Um das, was eigentlich dahintersteckt, miteinander zu verbinden. Worum geht es Dir denn? Du willst aktiven Urlaub machen und Du willst entspannenden Urlaube machen. Man kommt so oft von dieser konkreten Idee und von der konkreten Lösung. “Ich will in die Berge” – und hat vielleicht für sich selbst gar nicht hinterfragt, warum eigentlich? Warum ist mir denn das so wichtig? Was erfüllt sich denn dadurch für mich?

Urlaub Berge oder Meer

Innere Klarheit ist der erste Schritt

Diesen Schritt kann jeder für sich selbst machen. Den kann man auch mit den Kindern zusammen machen, zum Beispiel mit dem Jungen, der sagt, er möchte am liebsten zu Hause bleiben. Wenn man ihn fragt “Was erfüllst Du Dir denn damit?”, wird wahrscheinlich nicht so viel kommen. Aber man kann sagen: “Du bleibst gern zu Hause, weil Du Dich gern mit Deinen Freunden treffen willst. Ist es das?” Dann kommt von ihm vielleicht: “Nein, gar nicht. Ich will aber echt gern Computer spielen. Deshalb ist mir auch wichtig, dass ich WLAN habe.” Dann sagt man: “Ah, gut. Das ist was, was Dich entspannt. Vielleicht gibt es ja die Möglichkeit, dass wir in einer Ferienwohnung sind, wo auch WLAN ist und Du Dir die Sachen, die Dir wichtig sind, auch erfüllen kannst.”

Der erste Schritt ist immer: Worum geht es denn? Dann finden wir Möglichkeiten, beides zu verbinden. Das ist, wo wir hinwollen. Dann gibt es nicht mehr so viele Konflikte. Du willst A, ich will B, beides geht nicht. Sondern es öffnen sich Räume, dass man sagen kann: “Aha, darum geht es Dir! Wir können ja auch einen Tag dieses oder jenes machen.” Vielleicht ist das eine Lösung. Vielleicht finden wir auch eine ganz andere Location, an die wir noch gar nicht gedacht haben .

Mein Bonuskind hat angeblich Flugangst

Bei Pamela ging es um Fliegen. Sie hatte geschrieben, dass ihr einen Flug gebucht habt. Dein Bonuskind hätte Angst vorm Fliegen, die Mutter auch. Du hattest geschrieben, Du glaubst, dass es nur Show ist und diese Angst nicht echt ist.

Ich würde empfehlen, dem noch ein bisschen Raum zu geben. Wenn es der erste Flug ist, ist es vielleicht eine Aufregung. Zu sagen “Du brauchst keine Angst zu haben”, löst ja das Problem nicht. Ihm da aktiv zuzuhören und zu sagen: “Das ist schon ganz schön aufregend. Du weißt ja auch gar nicht, was auf Dich zukommt. Einerseits willst Du schon, aber Du hast auch Angst. Das ist ja ein ganz ungewohntes Gefühl.” Auf das Kind einzugehen und da zu sein, wird wahrscheinlich hilfreicher sein als das wegzuwischen.

Das ist das Aktive Zuhören und ihm zu helfen, sein Problem zu ergründen. Vielleicht hat er ja auch Ideen, was ihm helfen könnte. “Wenn ich meinen Kuschelhasen dabei habe und den auf dem Flug drücken kann oder wenn ich Fotos machen kann.” Ich würde immer empfehlen, die Gefühle, die da sind, wahrzunehmen. Gerade wenn sie sogar schon benannt worden sind. Es ist ja schon ein großer Schritt zu sagen: “Ich habe Angst.” Ernst genommen und gesehen zu werden mit seinem Gefühl, ist sehr wichtig für jeden Menschen. Jeder Mensch möchte gesehen werden mit dem, was in ihm los ist. Das ist für die Beziehung und die Stimmung im Urlaub sehr wichtig, hilfreich und heilsam.

Urlaub Flugangst

Unsere Sommerferien 2018

Ich weiß noch letztes Jahr, da waren wir in den Sommerferien alle zusammen in Frankreich. Zu fünft, wir beiden Erwachsenen mit den drei Kindern. Da war es auch so, dass wir jeder viel Freiraum hatten. Wir waren in einem Camp. Es gab auch Aktivitäten für die Kinder, nach Altersgruppen getrennt. Sie wurden auch betreut, das war sehr entspannt. Tom hatte eigentlich die ganze Zeit nur Lust auf Fußballspielen. Er hat sich gar nicht in seine Gruppen rein begeben. Wir haben am Anfang noch überlegt, ob das gut ist. Er braucht doch auch Anschluss. Er hat sein eigenes Ding gemacht. Er hat es echt genossen, diesen Freiraum zu haben. Die ganzen Strukturen und den Druck, der durch den Schulalltag permanent auf einem Kind lastet, einfach abbauen zu können. Das hat viel gebracht. Es war tatsächlich so: An Tag 3 saß er in der Runde mit dabei, ohne dass man ihn aufgefordert hätte und hat beim Familienprogramm mitgemacht.

Hört sich gut an. Wo wart ihr in Frankreich?

Wir waren in Taize. Das ist ein Kloster in Frankreich. Vielleicht kennt das der eine oder andere. Das ist sehr schön. Es ist ökumenisch, christlich. Es gibt eine Kirche, die dort angegliedert ist. Es gibt ein Familienprogramm. Man ist aber mit den Familien ein bisschen außerhalb untergebracht. Die Landschaft ist toll. Man kann schöne Spaziergänge machen. Es sind immer 100 Familien in einer Woche da, mit denen man sich austauschen kann. Es ist sehr international und war für uns alle total schön. Ich konnte teilweise alleine ins Dorf hinunterwandern. Ab und zu haben wir was zusammen gemacht. Die Kinder hatten immer jemanden zum Spielen. Es ist sehr einfach, kein hoher Standard, wie auf dem Zeltplatz. Für uns ist das der perfekte Urlaub!

Urlaub auf dem Bauernhof

Wir haben schon ein paar Mal Urlaub auf dem Bauernhof gemacht. Das ist so ähnlich. Da ist ein Gelände. Ihr könnt euch komplett frei bewegen. Man hat noch eine befreundete Familie dabei, mit der man sich unterhalten kann. Das ist für uns am entspannendsten. Jedem diesen Freiraum zu geben zu entscheiden. Was willst du denn machen? Was ist dir denn wichtig? Dann leb dich doch aus.

Gleichzeitig gab es bestimmte Aufgaben, bei denen wir gesagt haben, da ist es uns wichtig, dass man daran teilnimmt. Natürlich auch zu kommunizieren: “Wenn es abends dunkel ist und ich nicht weiß, wo du bist, bin ich unruhig. Können wir uns darauf einigen, dass du um die und die Uhrzeit nur noch in diesem eingezäunten Bereich bleibst?” Das ist okay. Da zeigt sich auch wieder, je mehr Freiraum und Freiwilligkeit man den anderen gewährt, desto größer ist deren Kooperationsbereitschaft. Weil sie einfach gelöst und entspannt sind und daher auch wieder gewillt sind, etwas für die anderen zu machen. Ich habe darüber auch gebloggt, wie das bei uns im Sommer letztes Jahr war.

Für dieses Jahr haben wir noch gar nichts geplant. Es gibt einen Schulwechsel auf die weiterführende Schule und eine Einschulung. Es ist noch gar nicht klar, wann sich die Ferienwochen überlappen. Deshalb sind wir dieses Mal völlig offen.

Wochenende – Kleine Ferien zum Üben

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende! Wochenende ist ja auch wie ein kleiner Urlaub. Zum einen viel freie Zeit, man hockt viel aufeinander und hat viele Absprachen. Das ist ja in jeglicher Hinsicht ein kleines Üben. Wie vereinbaren wir alle unsere Bedürfnisse und Anliegen? Wie kriegen wir das hin, miteinander zu sprechen. Wenn Du konkret Unterstützung haben willst – entweder für eine Wochenendsituation oder generell oder in Bezug auf die Sommerferien – kannst Du Dich gern bei mir melden.

PS: Ich empfehle Dir auch meinen Artikel Sommerferien – Überlebenstipps für Patchworkfamilien auf dem Stiefmutterblog.

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