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Oft planen wir eine Heldenreise gar nicht bewusst. Vielmehr stellen wir plötzlich fest, dass wir in etwas hineingeraten sind. Hals über Kopf haben wir uns verliebt und sind in einer Beziehung. Irgendwann merken wir dann, dass es gar nicht so leicht ist. 

Patchwork ist viel schwieriger, als ich gedacht habe” ist der erste Satz meines Buches. Irgendwann gibt es diesen Moment, in dem wir überrascht feststellen, dass wir in der Welt des Abenteuers sind. Im 1. Akt der Reise haben wir die erste Schwelle übertreten: sind die Beziehung eingegangen, haben das Kind des Partners kennengelernt oder sind zusammengezogen. Manchmal ist es auch kein äußerlich sichtbarer Schritt, wohl aber ein innerlicher. 

Jetzt geht es darum, sich für die neuen Erfahrungen zu öffnen. Wir kommen in Kontakt mit unseren Gefühlen, mit Aufregung und Freude ebenso wie mit Frust, Wut, Traurigkeit oder Angst. Im 2. Akt haben wir 5 Phasen vor uns: Wir treffen einen Mentor, gehen Bewährungsproben mit Verbündeten und Feinden ein, müssen uns dem „Tal der Tränen“ stellen, die Notwendigkeit der eigenen Veränderung erkennen und annehmen, um die entscheidende Prüfung zu bestehen und letztlich das Ziel zu erreichen (Belohnung).

Es ist notwendig, Altes zu verabschieden, um Neues begrüßen zu können. Dabei hilft ein Mentor. 

Phase 5 – Begegnung mit dem Mentor

Im Film wie auch im wahren Leben ist es unglaublich wichtig, einen Mentor zu haben. Das kann ein Coach sein, eine Freundin, ein Buch oder Podcast-Impuls, ein Vorbild. So ein Helfer auf dem Weg räumt Zweifel aus dem Weg und zeigt Dir wieder, welche Gründe es dafür gibt, die Reise anzutreten. Als Mentor beurteile ich einen Menschen nicht danach, was er ist, sondern was er werden kann. Ich sehe und fördere das Potenzial eines Menschens und ermutige ihn dazu, seine inneren Ressourcen wiederzuerkennen und für sich zu nutzen. Wir alle neigen dazu, uns den Ist-Zustand anzuschauen. Ganz wenige Menschen sind darauf spezialisiert, das Potenzial eines Menschen zu erkennen, dort wo andere es noch gar nicht sehen. 

Ein Mentor ist auch der stärkste und wichtigste Kritiker. Konstruktive Kritik ist wichtig. Das gilt aber nur dann, wenn der Kritiker ausschließlich die Interessen des anderen im Augen hat und nicht seine eigenen. Fakt ist, die meisten verfolgen eigene Interessen. 

Wer steht Dir auf Deinem Weg zur Seite? Hast Du einen Mentor gefunden? Oder hättest Du gern Unterstützung? Ich bin für Dich da!

Phase 6 – Bewährungsproben, Verbündete und Feinde

Die meisten Menschen kommen zu mir, wenn sie schon in Phase 6 (oder sogar 7) des Weges sind. Die anfängliche Aufbruchstimmung und Abenteuerlust sind verpufft, jetzt wird es mühsam, herausfordernd und teilweise echt schwer. 

Am Anfang hast Du Dich voller Hoffnung ins Patchworkabenteuer gestürzt und gedacht, das wird schon werden. Im Laufe der Zeit treten alle möglichen Bewährungsproben auf. Uns begegnen Helfer und Gegenspieler, Unterstützer und Menschen, die sich uns in den Weg stellen. Im Patchwork fällt darunter alles, was Dich herausfordert: Gerichtstermine, Anwälte, das Jugendamt, Expartner, Feiertage, Einschulung, Sommerurlaub, Weihnachten und immer mal wieder Schwierigkeiten bei den Umgängen. 

Im Film hat der Held der Geschichte meistens einen übermächtigen Gegner. Dieser ist kaum zu bezwingen und versucht mit allen Mitteln, unseren Helden vom Erreichen des Ziels abzubringen. Denk nur mal an den typischen James-Bond-Bösewicht, Der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf oder die böse Königin aus Schneewittchen (kleiner Scherz). Manchmal kämpft man auch gegen sich selbst (wie im Fight Club) oder eine Naturkatastrophe, die verhindert, dass man sein Ziel erreicht. Genau dieses Wechselspiel von Held und Gegner macht ein Abenteuer so gefährlich und spannend. Auf dem Weg zur Erreichung des Ziels hat man permanent mit Konflikten zu tun. Es lässt viele Rückschlüsse auf unsere Psychologie zu, dass wir keine Friede-Freude-Eierkuchen-Geschichten mögen. 

Auch im echten Leben treffen wir auf beide Arten von Charakteren. Genauso wie wir Verbündete, Weggefährten und Helfer finden, begegnen uns auch Schatten, die Helfer des Gegners, mit denen man auf irgendeine Art und Weise umgehen muss. Laserschwerter und Kämpfe um Leben und Tod sollten dabei nicht das Mittel der Wahl sein. List und Tücke etwa? Nun, ich bin mehr für “die Feinde umarmen”, bzw. sich selbst so entwickeln, dass man die innere Gelassen hat, um ihnen ruhig und auf Augenhöhe zu begegnen. Dann stellt man unter Umständen fest, dass sie selbst auf einer Reise sind. 

Denn in der Geschichte wie im wahren Leben können sich Menschen verändern. Wer anfangs als Verbündeter schien, entwickelt sich zum “Gegner”, wer ein Gegenspieler war, kann zum Unterstützer werden. Man muss also offen bleiben und prüfen, mit wem man es eigentlich zu tun hat. Konflikte gehören zum Weg dazu. Man selbst entwickelt sich und lernt immer wieder Neues dazu. Am wichtigsten ist, dass man es nicht allein schaffen muss, das Ziel zu erreichen. Man darf sich Hilfe holen. Je früher desto besser, denn es kommt irgendwann Phase 7. Ich will Dir keine Angst machen, aber Dich darauf vorbereiten… 

Phase 7 – Vordringen zur tiefsten Hölle

Ich habe dich ja schon gewarnt. Irgendwann ist es soweit: du landest am absoluten Tiefpunkt, auch “Tal der Tränen” oder “tiefste Hölle” genannt. Nicht sehr ermutigend, ich weiß. Es hilft aber schon sehr, wenn man das als einen – leider – notwendigen Zwischenschritt ansieht. Ähnlich wie bei einer Krankheit – wenn man es schafft, durch diese Phase hindurchzukommen, kann danach die Genesung erfolgen. 

Corona haben wir alle mitgemacht. Für einige war die Zeit des Lockdowns und ständigen Aufeinanderhockens der Nullpunkt. Vielleicht gab es bei Dir einen schlimmen Streit, eine Gerichtsverhandlung, bei der ein unvorstellbares Urteil herausgekommen ist oder eine Äußerung, die Dir den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Wir fragen uns spätestens an dieser Stelle, wie soll ich jemals wieder aus diesem Schlamassel herauskommen?! Es ist der Punkt, an dem du denkst, dass Du das Ziel niemals erreichen wirst. Es klappt schlicht und ergreifend alles nicht, was man sich vorgenommen hat. 

Du kennst diesen Moment aus Filmen und Büchern und weißt: Eine Geschichte ist dann gut, wenn sie sich am realen Leben orientiert. Stell dich also am besten darauf ein. Es wird nicht alles glatt gehen. Punkt. Jeder, der ein Haus bauen will oder ein großes Projekt hat, sagt sich irgendwann: “Das wird doch nie fertig!” Die gute Nachricht ist, auch diese Phase geht vorbei! Ganz ehrlich! Es folgt: Die entscheidende Prüfung.

Phase 8 – Entscheidende Prüfung

In einer Abenteuergeschichte ist diese Phase ein Kampf um Leben und Tod. Das Ziel, das wir kennen, steht auf dem Prüfstand. Erreicht der Held es oder scheitert er? Auf welchem Weg erreicht er es? Hier entscheidet sich Wohl und Wehe des ganzen Films – und auch vermeintlich des Lebens. 

Okay, okay, das ist jetzt etwas dick aufgetragen. Ich sehe hier einen deutlichen Unterschied zwischen einem Film im Vergleich zum realen Leben. Es gibt nicht die eine große Prüfung, vielmehr gilt das häufig zitierte Sprichwort “Der Weg ist das Ziel”. Wir dürfen nicht die Zwischenerfolge übersehen und vernachlässigen. Im Gegenteil! Es geht darum, die vielen kleinen Minierfolge, schönen Momente und besondere Augenblicke zu würdigen. 

In der Facebook-Gruppe gibt es den Dankbarkeits-Donnerstag mit der Frage: Positive Thursday. Zeit zum Feiern! Worüber hast du dich diese Woche in Deiner Patchworkfamilie gefreut?

  • Dass mein Partner gestern Abend mit meinem Sohn die Reifen gewechselt und anschließend noch im Garten mit ihm Fußball gespielt hat 💕 Ich glaube, so viel Zeit wie gestern haben sie im ganzen letzten halben Jahr nicht zusammen verbracht.
  • Dass meine Tochter und mein Mann miteinander kommunizieren und etwas Entspannung eingekehrt ist🙏
  • BT kümmert sich in der Zeit, wo ich im Krankenhaus bin, um meinen Sohn, bringt ihn ins Bett, liest ihm vor, macht für ihn Frühstück und bringt ihn zur Schule 💕
  • Ich war Montag mit den Kindern im Freizeitpark und es war ein wunderschöner Tag mit den Kids und meinem Schwiegervater mit Familie.
  • BK wollte von sich aus mit seiner kleinen Schwester auf den Spielplatz gehen 🙌🎉
  • Beim erste Mal hat sich Junior, dank meines Partners, getraut vom 1er zu springen im Schwimmbad. 
  • Mein BS 5 hat gestern meine Hand festgehalten bis er eingeschlafen ist 🥰
  • BT6 (recht schüchtern) hat heute super zutraulich mit meiner Mutter gequatscht und Memory gespielt.
  • Ich habe eine quasi neue Einstellung zu meinem Bonuskind gefühlsmäßig erlangt. Das war jetzt gut ein Jahr „Arbeit“ und lag hauptsächlich an meiner Einstellung. Mein Bonuskind mag mich. Hab aber immer die Mama dahinter gesehen. Bin noch nicht ganz dort wo ich sein möchte, aber der Weg ist erkennbar. Und mein Partner unterstützt mich viel mit positiven Gesprächen und niemals Vorwürfen.
  • Ich habe mein Bonuskind auch zur Ergotherapie begleitet. Das hat mir Freude bereitet, dort mit einbezogen zu werden.
  • Anmeldung in der Fahrschule für mich💪
  • Ich konnte am Sonntag ganz tiefenentspannt zustimmen, dass wir BT6 etwas später zur Mama bringen, weil es ihr besser passt.
  • Die große Freude empfinde ich gerade jetzt. Ich darf im Bett liegen und mir ne Pause gönnen.
  • Meine BK hatte heute schulfrei. Wir waren zusammen shoppen und Eis essen während Papa gearbeitet hat. War rundum gelungen ☀️
  • Mein Partner hat seinen Kindern heute gesagt, dass ich spontan zum Abendessen komme (wir wohnen noch nicht zusammen) und BS (6) hat sich wahnsinnig gefreut und gesagt, dass er mich „voll liebt“ 🥰
  • Die letzten beide Male konnte ich meine BT in den Arm nehmen ohne das sie motzig mit nein antwortet.
  • Gegenüber meinem BS habe ich herzlich äußern können, dass ich ihn lieb habe.
  • Und für meine Tochter sind Besuche bei meinem LG und dessen Kinder keine Horrorausflüge mehr. Sie freut sich sogar 🤗💓🤗
  • Das mein BS fragte, ob ich zu seiner Jugendweihe kommen möchte. Diese ist allerdings erst 2023
  • Mein Patch-Sohn sagte gestern am Telefon zu mir, dass er mich vermisst 🥰
  • Urlaub an der Ostsee bei meiner Familie… Es wird gelacht, geweint, gezickt und Späße gemacht wie in einer ganz normalen Familie. Das Beste am Urlaub ist, dass meine Eltern uns auch mal die Kinder abnehmen, meinen BS genauso wie unsere gemeinsame Tochter 😊

Ist das nicht herzerwärmend? Wenn Du den Fokus bewusst auf die vielen kleinen Situationen lenkst, wirst Du aus diesen Selbstvertrauen schöpfen. 

Phase 9 – Belohnung

Von außen leben wir in einer Welt, in der alle ständig alles erreichen. (Bist du auf Instagram! Da sind gefühlt alles Millionäre). In der Wahrheit hat jeder von uns viele Schwellen, die er oder sie überschreiten muss. Die größten Superhelden kassieren eine Niederlage nach der nächsten und gewinnen nicht jede Schlacht. Für das eigene Leben ist an der Stelle wichtig, dass man sich genau das vergegenwärtigt.

Niederlagen sind die Regel – Erfolg ist die Ausnahme. 

Sebastian Fitzek

Ich lebe seit über 10 Jahren im Patchwork und würde sagen, wir kriegen das alles ganz gut hin (sonst würde ich ja schließlich auch keine Kurse und Coachings zu diesem Thema anbieten.) Wir haben zusammen 3 Kinder, die Umgänge sind quartalsweise geregelt und die Kommunikation mit der Kindsmutter klappt so gut, dass wir auch spontan und flexibel auf Termine von jedem reagieren können. Es ist aber nicht alles rosarot mit Zuckerguss. Die Kinder streiten sich, mein Bonussohn will manchmal nicht zum Umgangswochenende kommen und auch zwischen mir und meinem Partner gibt es Konflikte. 

Es gibt nicht das eine Ziel, das man erreicht und dann war’s das. Nur weil man Erfolg hatte, ist das jetzt nicht die Regel. Die Gefahr besteht, dass man es wieder verliert. Es ist fast leichter, einmal sein Ziel zu erreichen als es auf Dauer festzuhalten. Sich verlieben geht schnell, über Jahrzehnte miteinander klarzukommen ist die größere Arbeit. 

Umso wichtiger ist es, Erfolge immer wieder zu feiern und sich innerlich für das zu belohnen, was man erreicht hat.

Studien zeigen, dass das Glücksgefühl dann am größten ist, wenn man mit eigenen Mitteln ein selbst gewähltes Ziel erreicht hat. Ein Lottogewinn soll also nicht so glücklich machen, wie wenn man ein Haus baut, in dem man dann wohnt. Der Gewinn kommt zufällig und hat nur einen kurzfristigen Effekt aufs Glücklichsein. Wenn man aus der selbstgewählten Arbeit Erfolge erzielt, ist das viel tiefer und nachhaltiger. 

Das ist die eigentliche Belohnung. Das Gefühl, gemeinsam daran zu arbeiten und zusammen unterwegs zu sein.

Was gehört auf die Packliste für den 2. Akt? 

Auf diesem Teil der Reise geht es darum, in die Selbstverantwortung zu gehen. Dafür brauchst du im wesentlichen 3 Dinge.

  • Commitment – eine klare Entscheidung treffen 
  • Perspektivwechsel 
  • Verstehen (wollen), was in den anderen vorgeht

Diese Aspekte gehen wir im Patchwork Power Kurs an! Die nächste Reise in Begleitung startet im Oktober. Worauf wartest Du noch? Du kennst doch das alte Sprichwort: Alleine kommt man schneller voran, zusammen kommt man weiter. Ich freue mich darauf, Dich – wenn Du möchtest gemeinsam mit Deinem Partner! – zu begleiten.