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Last Updated on 17. März 2022 by Marita

Familienaufstellung – die Lösung fast aller Probleme oder esoterischer Humbug?

Manche Therapieformen und Verfahren haben in der Corona-Zeit einen regelrechten Boom erlebt, darunter die Familienaufstellung. Bei dieser Methode aus der systemischen Therapie werden einzelne Personen stellvertretend für Familienmitglieder im Raum positioniert (aufgestellt) und miteinander in Beziehung gesetzt. Somit wird das innere Bild, das wir Menschen von unseren Beziehungen haben, sichtbar gemacht. Dieser Blick von außen lässt uns klarer erkennen, woher unsere Probleme kommen und wie wir sie lösen und angehen können.

In diesem Artikel erfährst du, was Familienaufstellung ist, wie sie methodisch funktioniert, welche unterschiedlichen Formen es gibt und welche Vor- und Nachteile diese haben. Am Ende findest du eine Checkliste mit 9 Hinweisen, die du unbedingt beherzigen solltest.

Dein inneres Bild von Beziehungen

Schließ bitte für einen Moment die Augen und stell dir vor, alle Menschen dieser Welt umgeben dich.

  • Denk jetzt bitte an einen guten Freund. Jemanden, den du schon lange kennst und zu dem du heute noch Kontakt hast. Wo ist diese Person in deinen inneren Raum?
  • Als Nächstes denk bitte an einen alten Bekannten. Einen Freund von früher, zu dem du heute keinen Kontakt mehr hast. Wie ist er zu dir positioniert?
  • Jetzt denk an eine Autoritätsperson, vielleicht deinen Chef oder einen Lehrer. Wo ist diese Person? Wie groß ist sie? Ist sie über dir?
  • Als Letztes denk an deinen Lieblingsmenschen. Nimm wahr, wo dieser Mensch in dem Raum um dich herum platziert ist.
  • Nimm nochmal das gesamte Panorama wahr. Öffne jetzt wieder die Augen und komm zurück.
Übung: Dein inneres Bild von Beziehungen als Audio-Datei (Dauer 2:30 Min)

Warum du viele deiner Probleme lösen kannst, wenn du eine Familienaufstellung machst

Die obere Übung zeigt deutlich: Wir haben ein inneres Bild von unseren Beziehungen.

Menschen, die uns emotional nahe stehen, sind auch im inneren Panorama dicht bei uns platziert. Die innere Positionierung kann sich verändern. Nicht umsonst sagt man, man habe sich „auseinandergelebt“, auch wenn man mit einer Person die Wohnung oder sogar das Bett teilt.

Eine Aufstellung macht diese inneren Beziehungen sichtbar.

Beziehungen prägen uns von Beginn unseres Lebens an. Wenn wir geboren werden, sind wir sofort Teil eines Systems.

Babys kommen mit der Mutter durch die Nabelschnur verbunden auf die Welt. Die ersten Wochen und Monate unseres Lebens verbringen wir in einer engen Beziehung und sogar Abhängigkeit von den Menschen um uns herum. In den meisten Fällen ist das unsere Familie.

Deshalb prägen uns die Erfahrungen, die wir in unserer Ursprungsfamilie erlebt haben, bis ins hohe Alter. Wenn wir jahrelang das immer gleiche „Theaterstück“ aufführen, können wir irgendwann alle Rollen auswendig. Und zwar nicht nur unsere eigene, sondern auch die der anderen Menschen in unserem System! Wir übernehmen damit unbewusst die Verhaltensweisen und Muster des Systems. Vielleicht kennst du das Phänomen: „Ich klinge wie meine Mutter!“

Es ist wahnsinnig anstrengend, diese Muster zu verändern. Oft gelingt es uns auch gar nicht. Egal, wie sehr wir uns anstrengen. Denn der Mechanismus passiert im Unbewussten. Durch eine Familienaufstellung erhalten wir Zugang zu dieser Ebene und können Veränderungen leicht umsetzen.

Familienaufstellung inneres Drehbuch ändern
Immer das gleiche Drehbuch? Das lässt sich durch eine Familienaufstellung ändern.

Verschiedene Aufstellungsformen mit ihren Vor- und Nachteilen

Dieses Prinzip findet sich in alle Arten von Familienaufstellungen: live mit Stellvertretern in einer Gruppe, mit Holzfiguren am Systembrett oder imaginativ in einem mentalen Raum. Seit kurzem werden alle Methoden auch als online Familienaufstellung angeboten. Was davon sinnvoll ist und wie es im Einzelnen abläuft, schauen wir uns jetzt an.

A) Live mit Stellvertretern

Ist er dir auch schon über den Weg gelaufen? Der bekannteste Name im Zusammenhang mit Familienaufstellungen ist Bert Hellinger. Der Psychoanalytiker hat die Methode in Deutschland geprägt und populär gemacht. Erfunden hat er sie allerdings nicht, auch wenn das oft angenommen wird. Wie es dazu kam und warum er heute auch viel Kritik einstecken muss, erfährst du im nächsten Teil.

So läuft es ab:

Für eine Familienaufstellung braucht man eine Gruppe von etwa 10-20 Personen. Diese treffen sich zusammen mit einem Aufstellungsleiter in einem geschützten Raum.

Eine Person bringt ein Thema ein, die anderen fungieren als Stellvertreter. Je nach Anliegen werden sie als Mutter, Vater, Onkel, Tanten, Großeltern, bereits verstorbene Vorfahren, das Kind-Ich oder der heutige Partner positioniert.

Die Stellvertreter spielen allerdings kein Rollenspiel. Vielmehr sollen sie erspüren, was in dieser Person vor sich geht, wie sie sich im System fühlt und ihre Empfindungen entsprechend äußern. Das kann dann schon mal dazu führen, dass sie schreien, weinen oder laut schimpfen.

Keine Panik! Der Aufstellungsleiter ist ja da und führt durch den Prozess. Er fragt immer wieder, wie die Personen sich fühlen. Wütend, traurig oder zufrieden? Ist jemand zu nah oder zu weit? Fehlt etwas oder jemand?

Mit ein bis zwei Stunden solltest du für eine Aufstellung rechnen. Häufig finden Aufstellungstage am Wochenende statt, an denen mehrere Aufstellungen hintereinander durchgeführt werden.

Vorteile:

  • Eine Aufstellung ist ein sehr emotionales Erlebnis: Da steht plötzlich die Erkenntnis, dass die „Mutter“ einfach nur fertig war und gar nicht anders reagieren konnte. Auch den „Vater“ weinen zu sehen und die Verantwortung symbolisch an die Ahnen zurückzugeben – all das löst tiefe Gefühle aus und wirkt oft noch lange nach. Das ist eine viel tiefere Erfahrung, als durch einfache Gespräche möglich ist.
  • In welche Richtung schaut die Mutter? Wie nah ist sie zum Vater? In welche Richtung schaut sie? Und wie fühlt sie sich? Nach und nach wird eine Person nach der anderen aufgestellt. Ganz in Ruhe erkennt man gut die Bedeutung der einzelnen Systemelemente und die Verbindung zu den anderen.
  • „Das macht mich traurig.“ Wenn eine fremde Person in der Rolle der Mutter so einen Satz sagt, hat das eine Wirkung. Wir trauen Außenstehenden bei Empfindungen oft mehr als uns selbst. (ob sie allerdings stimmen, sei mal dahingestellt, s. Nachteile)
  • Ein Aufstellungserlebnis fühlt sich nach Verbindung und Verständnis an. Dabei kennt man die anderen Leute in der Aufstellungsgruppe normalerweise vor dem Termin nicht und sieht sich hinterher auch nicht wieder. Die perfekte Kombi aus Verbundenheit und Anonymität.

Nachteile:

  • Eine Aufstellung findet in der Regel als Einzeltermin statt. Es gibt keine längerfristige Begleitung durch einen Therapeuten oder Coach. Plötzlich ploppen Bilder aus der Kindheit hoch und du kannst nicht mehr schlafen? Das ist jetzt schlecht, denn oft wird der Klient nach dem Termin mit seinem Problem allein gelassen.
  • 10 Personen, die du noch nie gesehen hast. Alle schauen dich an. Und du sollst von deinen tiefsten Gefühlen aus der Kindheit erzählen. Joar, das muss man möge und sich trauen.
  • Die Anleitung lautet zwar: Kein Rollenspiel. Aber machen wir uns nichts vor: Alle Stellvertreter bringen alle ihr eigenes Thema mit. Studien zeigen, dass die Reaktionen je nach Person völlig unterschiedlich sind. Ob die „echte Mutter“ tatsächlich so fühlt und handelt, ist zweifelhaft.
  • Deine Mutter war klein und dick – die anwesenden Personen sind aber alle groß und dünn? Pech gehabt! Die Stellvertreter können eben nur aus den Personen vor Ort ausgewählt werden.
  • Und noch ein ganz praktisches Problem: Abstand- und Hygieneregeln der letzten Zeit. Aufstellungen mit 1,5 m Distanz und Maske vorm Gesicht? Das ist sinnlos! Es kann also dauern, bis es Termine vor Ort gibt.

Kritik an Bert Hellinger

Bert Hellinger machte Familienstellen vor allem in Deutschland einem sehr großen Publikum bekannt. In Großveranstaltungen von mehreren Tausend Zuschauern führte er Live-Aufstellungen auf der Bühne durch. Hellinger wurde dabei zu einer Art allwissendem Guru. Er glaubt an die „Ordnung der Liebe“. Innerhalb jeder Familie herrscht eine strenge Hierarchie. An erster Stelle steht der Mann, nach ihm folgen seine Frau und dann erst die Kinder. Wenn diese Familienbande gestört werden, führt das seine Meinung nach zu psychischen Problemen und Erkrankungen wie Allergien und sogar Krebs.

In seinen Aufstellungen griff er durch so genannte „Heilende Sätze“ und das „wissende Feld“ stark in die aufgestellten Systeme ein. Er positionierte die Stellvertreter so, dass sie wieder an ihrem „richtigen“ Platz stehen. Für viele Kritiker sind seine Vorgehensweisen und Vorgaben daher zu dogmatisch, gelten sogar als gefährlich, weil sie die Autonomie der Klienten zu sehr einschränken. (mehr dazu in der Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e. V.)

Familienaufstellung erfolgt „klassisch“ mit Stellvertretern

B) Mit Holzfiguren am Systembrett

  • Es gibt keine Gruppenaufstellung in deiner Nähe?
  • Du möchtest dich nicht vor Fremden öffnen?
  • Dein Terminkalender lässt nur Platz für individuell vereinbarte Termine?

Dann ist eine Aufstellung in Einzelarbeit eine Option für dich.

So läuft es ab:

Das Grundprinzip ist ähnlich: Ein herausforderndes Thema wird bildlich dargestellt. Dadurch erkennt der Klient das System dahinter und entwickelt Lösungen für seine Situation. In diesem Fall stellen sich allerdings nicht lebendigen Stellvertreter auf. Stattdessen nutzt der Therapeut oder Coach ein Brett und Holzfiguren.

Das Familienbrett wurde von Kurt Ludwig und Ulrich Wilken Ende der 1970er Jahre in Hamburg entwickelt. Zuerst eingesetzt in der Familientherapie, betrachtete man das Familienbrett bald als Mittel der Kommunikation über Systeme. So entwickelte es sich in den 1980er Jahren als Systembrett weiter.

Vorteile:

  • Eine Einzelaufstellung kann vor Ort, telefonisch oder per Skype oder Zoom durchgeführt werden.
  • Wie der Name schon sagt, findet eine Einzelaufstellung einzeln statt. Du hast den Coach/ Therapeuten/ Aufstellungsleiter also für dich ganz allein. Keiner fuchst dir in deinen Prozess rein, du musst dich nicht auf andere Menschen einstellen.
  • Das aufgestellte Bild am Brett – sowie auch seine Zwischenschritte – kann man fotografisch festhalten. Das kann hilfreich sein, wenn man später damit weiterarbeiten möchte oder für sich selbst nach einiger Zeit überprüfen möchte, was sich verändert hat.
  • Individuelle Termine lassen sich auch in einem vollen Kalender flexibel einplanen. Das geht je nach Therapeut oft auch kurzfristig, abends oder am Wochenende.

Nachteile:

  • Holzfiguren auf dem Brett sind eben genau das: Holzfiguren. Einigen Menschen fällt es schwer, dazu eine emotionale Verbindung aufzubauen.
  • Manche Online Familienaufsteller arbeiten „am Fließband“ einen Termin nach dem anderen ab.
  • Online mit dem Systembrett zu arbeiten kann sich so anfühlen wie nichts Halbes und nichts Ganzes. Einerseits kannst du die Figuren nicht in die Hand nehmen, andererseits fließt ein Teil deiner Aufmerksamkeit dorthin.
Familienaufstellung mit 4 farbigen Holzfiguren
Holzfiguren für die Familienaufstellung nutzen

C) Imaginative Familienaufstellung

Eine weitere Möglichkeit zur Einzelaufstellung ist die Imaginative Familienaufstellung online oder auch live. Dabei kommen keine Hilfsmittel wie Brett oder Figuren zum Einsatz. Stattdessen kreierst du unter Anleitung deines Coaches einen mentalen Raum, in dem dann die Aufstellung mental durchgeführt wird. Dieses Format entwickelte Robert Dilts, einer der Mitbegründer des NLP, mit seiner Methode des Re-Imprinting Ende der 1980er Jahre.

So läuft es ab:

Die Aufstellung erfolgt innerlich unter Anleitung eines Coaches oder Therapeuten. Statt eines Stellvertreters nimmt der Klient innerlich nacheinander die unterschiedlichen Positionen ein und erspürt, was die jeweilige verkörperte Person in diesem Moment braucht. Durch diesen Perspektivwechsel wird eine neue, differenzierte Sicht auf das Thema möglich. Aus der Beobachter-Position von außen kann er selbst die notwendigen Ressourcen und Lösungsgedanken formulieren und der jeweiligen Person gedanklich zukommen lassen.

Vorteile:

  • Du hast bereits alles, was du für die Aufstellung brauchst: Die imaginative Aufstellung arbeitet ausschließlich mit deinen inneren Bildern. Das gibt dir ein Gefühl von Wirksamkeit und Selbstverantwortung.
  • Wie muss der Raum sein, damit du dich wohl fühlst? Brauchst du mehr Licht, eine Blume oder Parkett? Gestalte innerlich alles so, dass es für dich kraftvoll ist.
  • Du stellst deinen Vater auf – und dir zittern die Knie? Kein Problem: Die imaginative Aufstellung kann jederzeit unterbrochen und auf mehrere Sitzungen aufgeteilt werden.
  • Du selbst weißt auch am besten, wie das Bild deines Familiensystems aussieht. Wie sind die Personen gekleidet? Welche Frisur haben sie? Wie alt sind sie? Eine mentale Familienaufstellung bildet unmittelbar deine innere Realität ab. Außerdem lassen sich Veränderungen damit leichter herbeiführen und nachhaltig umsetzen.
  • Die online Familienaufstellung ist oft in ein Paket aus mehreren Coachingsitzungen eingebettet. Falls also etwas aus der Kindheit nach der Aufstellung aufploppt, kannst du das zusammen mit deinem Coach bearbeiten – und bist damit nicht allein.

Nachteile:

  • Du machst die Aufstellung für dich, in deinem Kopf. Das Erlebnis und die Dynamik in der Gruppe fällt damit weg. Das ist schade, wenn du eher ein „Herdentier“ bist.
  • Die Methode ist als Aufstellungsform nicht so bekannt wie die beiden oberen. Wenn du anderen davon erzählst, können sie sich in der Regel schlecht vorstellen, was dabei eigentlich vor sich geht.
  • Das Bild am Ende der Aufstellung ist „nur“ mental. Um es außerhalb deines Kopfes festzuhalten, musst du es schriftlich oder bildlich auf Papier bringen.
Bei der imaginativen Familienaufstellung online entsteht ein neues inneres Bild

Welche Themen sind für eine Aufstellung geeignet?

Bei der Familienaufstellung wird entweder die Ursprungsfamilie (Eltern mit Verwandtschaft und frühere Generationen) oder die Gegenwartsfamilie (die eigene Familie mit Partner*in und Kindern) angesehen. Anstehende zukünftige Entwicklungen (was verändert sich, wenn ein Kind in die Familie kommt oder ein Partner geht) lösen manchmal emotionalen Stress aus. All das lässt sich durch eine Aufstellung bearbeiten. Schauen wir uns im folgenden drei konkrete Beispiele an.

„Du glaubst, nichts was du leistest, ist gut genug?“

Tessa ist Lehrerin an einer Gesamtschule in einem Brennpunkt. Sie engagiert sich täglich für ihre Schülerinnen und Schüler, setzt sich auch für diejenigen ein, die durch Schwänzen auffallen. Abends und am Wochenende steckt sie viele Stunden in die Unterrichtsvorbereitung und -nachbereitung. Ihr System kommt einfach nicht zur Ruhe.

Dasselbe Muster zeigt sich auch in ihrem Familienleben. Sie kümmert sich um den Sohn ihres Partners. An den Umgangswochenenden zerbricht sie fast daran, „ihren“ Kindern in der Klasse und dem Bonuskind gerecht zu werden. Sie erlaubt sich keine Auszeit. Sobald sie etwas für sich selbst plant, kommt ein schlechtes Gewissen hoch.

„Ich muss mich einfach mehr anstrengen, dann wird das schon!“ Dieser Gedanke ist ihr sehr vertraut.

So wirkt die Familienaufstellung:

In der Familienaufstellung zeigte sich ein Muster aus der eigenen Kindheit. Als älteste Schwester lastete viel Verantwortung für alle anderen Kinder auf Tessa. Wenn ihr Bruder eine „Dummheit“ beging, bekam sie selbst immer auch einen Teil des Ärgers dafür ab. „Du bist doch die Große! Warum reißt nicht wenigstens du dich mal zusammen?“

Die Sätze, die Tessa von ihrer Mutter oft gehört hat, hat sie innerlich übernommen. Jetzt ist sie selbst diejenige, die sich (unbewusst) diese Vorwürfe macht.

Durch die Familienaufstellung wurde ihr zunächst bewusst, dass sie die „Phantom-Identität“ übernommen hat. Als sie „die Mutter“ und „den Vater“ innerlich mit Ressourcen versorgt hatte, fiel ein großer Teil der Verantwortung von ihr ab.

Jetzt hat sie die innere Freiheit, für sich selbst einzustehen. Ihre Bedürfnisse und die der anderen stehen gleichberechtigt nebeneinander. Sie fühlt sich ausgeglichen und in Balance.

„Wenn sein Kind da ist, fühlst du dich ausgeschlossen?“

Petra ist kinderlos in ihre Partnerschaft gestartet. Ihr Freund Markus hat schon einen Sohn aus seiner letzten Beziehung. Sie hat das Gefühl, wenn der Junge bei ihnen ist, gibt es keinen Platz mehr für sie. Innerhalb von Sekunden ist ihre ganze Wohnung von den Klamotten eingenommen. Schuhe stehen im Flur, im Wohnzimmer liegen Spielsachen herum und nachts wird sie aus dem Bett „verdrängt“. Sie möchte ihren Platz finden – mehr noch: sie wünscht sich, dass jeder seinen Platz findet und es für alle harmonisch und stimmig ist. Mit dieser Vision ist sie in die Aufstellung gekommen.

Das hat sich durch die Aufstellung verändert

Im Startbild der Aufstellung stand ihr Partner rechts in der Ecke, die Mutter des Jungen links in der Ecke. Der Sohn selbst wusste nicht, wohin er gehört. So lief er immer zwischen den beiden Elternteilen hin und her. Petra selbst stand weit entfernt und sah sich das Schauspiel aus der Ferne an.

Durch die Arbeit mit dem System zeigte sich, dass vor allem die Mutter gestresst war. Als sie innerlich mit Ressourcen versorgt wurde, konnte sie sich entspannen. Das führte dazu, dass der Junge auch ruhiger wurde. Die Eltern bewegten sich aufeinander zu. Bis zwischen den drei Erwachsenen (der Mutter, dem Partner und Petra) ein Dreieck entstand, in dessen Mitte der Junge sich frei bewegen konnte.

Durch diese Ausbalancierung geht Petra innerlich ruhig in die Umgangswochenenden.

„Alle deine Beziehungen gehen früher oder später in die Brüche?“

Bianca ist alleinerziehende Mutter von drei Kindern. Sie ist selbstbewusst, zufrieden im Job und kommt gut alleine zurecht. Trotzdem wünscht sie sich eine Beziehung. Die Sehnsucht ist da, allerdings auch die Angst. Sie lässt niemanden wirklich an sich heran.

Familienaufstellung online – Ein Erfahrungsbericht

Was sich bei Bianca durch die Aufstellung geändert hat, kannst du in ihrem Erfahrungsbericht lesen oder im Video-Interview anschauen (dort verlinkt).

Familienaufstellung Checkliste: Diese 9 Hinweise solltest du unbedingt beherzigen

Checkliste Yes and No zum Ankreuzen für Familienaufstellungen

Du hast jetzt einen Überblick über verschiedene Aufstellungsformen bekommen. Vielleicht hast du selbst Interesse, deine Themen mit Hilfe dieses Werkzeuges einmal anzugehen? Dann solltest du diese 9 Hinweise unbedingt beherzigen:

  1. Vorher, währenddessen und danach: Lass dich umfassend begleiten, mit Vorgespräch, Durchführung und Nachbetreuung.

  2. Lieber nicht auf der großen Bühne! Sensible persönliche Themen eignen sich nicht als Großveranstaltung vor einem riesigen Publikum.

  3. Nimm es ernst: Eine Aufstellung kann starke Auswirkungen haben und ist deshalb kein „Kinderspiel“. Hände weg bei schweren Lebenskrisen, Suizidgedanken und Psychosen.

  4. Der Wohlfühl-Faktor entscheidet. Ohne Vertrauen zwischen Coach und Klienten geht es nicht. Du fühlst dich unsicher oder hast ein schlechtes Bauchgefühl? Dann mach die Aufstellung lieber mit jemand anderen.

  5. Ein offizielles Qualitätssiegel für Aufsteller gibt es nicht. Ein guter Anhaltspunkt ist eine Ausbildung als Systemischer Therapeut oder Emotionscoach. Etwas zweifelhaft hingegen erscheint die Qualifikation von Anbietern aus dem Esoterikbereich. Praktische Erfahrung zählt, noch wichtiger ist aber das Vertrauensverhältnis zwischen Klient und Coach.

  6. Dein Coach ist ein Begleiter, kein Berater. Er sollte deine Sichtweise immer respektieren und dir nicht seine eigenen Interpretationen aufdrängen.

  7. Stellvertreter sind NICHT allwissend. Nimm deshalb bei einer live Aufstellung nicht alle Aussagen ungeprüft an. Stattdessen schau, was dir wirklich hilft und sich stimmig anfühlt. Den Rest darfst du getrost verwerfen.

  8. Hilfe zur Selbsthilfe. Okay, der Slogan ist schon etwas abgenutzt – aber absolut wahr. Aus einer Sitzung solltest du gestärkt und selbstbewusst hervorgehen. Nur so kannst du eigene Entscheidungen treffen, was du mit der Erkenntnis aus der Aufstellung anfängst.

  9. Notfallplan in der Tasche. Es kann immer passieren, dass durch die Aufstellung längst vergessene Themen auftauchen. Was tust du dann? Wie und wann kannst du den Coach kontaktieren? Wo bekommst du Unterstützung? Kläre das unbedingt frühzeitig, nicht erst im Ernstfall.

Du möchtest wissen, wie eine Familienaufstellung online abläuft? Über ihre Erfahrungen berichtet Bianca im Interview Erfahrungsbericht.

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Das hat geklappt!

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