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Seine Kinder kommen – und du hast Tage vorher schon Bauchschmerzen, Migräne oder einen Kloß im Hals? Das geht vielen Stiefmüttern so (laut dieser Umfage in Hoch die Hände – Wochenende? Der Stiefmutter-Zyklus).

Je mehr schlechte Erfahrungen du an den vergangenen Umgangswochenenden schon gemacht hast, desto leichter tappst du in die Falle der selbsterfüllenden Prophezeiung.

Mit diesen 3 Tipps bereitest du dich optimal auf den Umgang vor.

Vor dem Umgangswochenende ist am wichtigsten, dass du deinen Akku auflädst. Wenn du schon als nervliches Wrack in den Freitagabend startest, wird es spätestens Samstag Mittag explodieren. Das wollen wir ja alle nicht. Was kannst du also vorher für dich tun?

Tipp Nr. 1: Lass deinen ganzen Ärger raus und entrümpel dein Inneres, bevor seine Kinder kommen

Bevor du ruhig und gelassen sein kannst, darf der ganze Ärger auch einfach mal raus! Wir versuchen viel zu oft und viel zu lange, unsere eigenen Gefühle zu kontrollieren. Aber vom Weglächeln gehen sie eben nicht wirklich weg. Irgendwann ist der Dreck unter dem Teppich so hoch aufgetürmt, dass du darüber stolperst.

Wir sind ja so vernünftig und sachlich unterwegs, dass wir möglichst schnell Lösungen finden wollen. Netter Versuch – aber das klappt nicht, wenn unser Gehirn noch nicht mit dem Verarbeiten der Gefühle fertig ist.

Also, lass es raus! Und genieß die Show!

So geht es

  1. Entscheide dich bewusst dafür, deine Gefühle jetzt rauszulassen. Such dir einen Ort, an dem das ungestört möglich ist. Das kann draußen in der Natur sein, bei einer Freundin oder einfach auf dem Klo. Echt jetzt!
  2. Sag dir selbst: Alles, was ich jetzt sehe, ist die Geschichte, die mir mein Gehirn erzählt. Es ist meine eigene Sicht der Dinge, nicht unbedingt die „objektive Realität“. Alles darf sein und ich entscheide später, wie ich damit umgehen will.
  3. Los geht’s! Lass deinen Emotionen freien Lauf. Erzähle einfach drauf los, schreib sie dir von der Seele oder brüll sie laut heraus in den Wald. Ich habe auch schon mal einen großen Pappkarton dabei zerfetzt, mit dem Fuß gestampft und ahhhhh geschrien. Erlaub es dir!
  4. Nimm dir so viel Zeit, wie eben notwendig ist.

Neulich sah mein innerer Dialog ungefähr so aus:

  • Es reicht!
  • Ich will nicht immer empathisch und ruhig sein.
  • Ich muss nicht immer für alle anderen Verständnis haben.
  • Manchmal kotzt mich das alles einfach an.
  • Ich finde es echt nicht in Ordnung, dass seine Mama „die Erwartung hat, dass er so lange bleiben darf wie es eben nötig ist“.
  • Der Ton macht die Musik, verdammt nochmal!
  • Ich will auch mal Anerkennung und Wertschätzung.
  • Ich hab mir das alles so nicht ausgesucht. Ich hatte andere Pläne.
  • Es ist verdammt anstrengend, permanent drei Kinder hier rumspringen zu haben.
  • Es nervt mich, dass ich gefühlt ständig auf einem Pulverfass sitze, das jederzeit explodieren kann in Rumgeschreie und Türenknallen.
  • Verdammt nochmal, ich habe auch Bedürfnisse!
  • Ruhe zum Beispiel. Und Rücksichtnahme.
Ich kann auch mal wütend werden, wenn seine Kinder kommen
Alter! Manchmal würde ich am liebsten alles hinschmeißen!

Das bringt es dir

Puh, das tut richtig, richtig gut.

Mir diese ganzen Gedanken und Gefühle zuzugestehen. Und rauszulassen.

Das macht Platz im Bauch.

Es fühlt sich an, als hätte ich mich selbst entrümpelt und gründlich ausgemistet.

Alles, was gerade in mir gerade noch in mir war, ist jetzt auf einem riesigen Haufen vor mir.

In mir ist Leere.

Weite.

Ich kann endlich wieder tief durchatmen.

Und ich merke: Diesen riesigen Haufen Schrott muss ich niemandem vor die Füße werfen.

Das ist gar nicht nötig.

Ich schaue ihn mir an – dann schiebe ich das ganze Gerümpel zur Seite.

Jetzt hab ich wieder Luft für andere Dinge.

Tipp Nr. 2: Tu was für dich selbst und fülle deine Schale auf – gerade wenn seine Kinder kommen!

Auskotzen ist gut (s. Tipp Nr. 1) – aber wichtig ist, wie es danach weitergeht. Damit du nicht im Jammermodus bleibst, solltest du konkret etwas für dich tun – gerade, wenn seine Kinder kommen.

Dich um dich selbst gut zu kümmern ist kein Luxus und kein Nice-to-have. Es hat auch nichts mit Egoismus zu tun, sondern ist gelebte Selbstfürsorge und Selbstliebe!

So geht es

  • Atme tief durch und spüre in dich hinein. 
  • Wie gut ist deine Schale in diesem Moment gefüllt? 
  • Wie füllst du deine Schale auf? 
  • Was kannst du jetzt/ heute tun, um für dich selbst zu sorgen? 

Das bringt es dir

Stell Dir einen Springbrunnen mit übereinander angeordneten Becken vor: Nur wenn die obere Schale gefüllt ist, kann das Wasser in die nächste Ebene strömen.

Ganz oben ist deine Schale.

Wenn du selbst buchstäblich auf dem Trockenen sitzen, kannst du auf Dauer anderen nichts geben.

Deine Schale ist ganz oben. Nur daraus kannst du anderen etwas geben: deinem Partner, euren Kindern, der Ex-Frau und deinem Bonuskind.

Extratipp

Schau darauf, welches deine Sprache der Selbstliebe ist.

Die 5 Sprachen der Liebe sind 👍🕖💐🤝💏 –
Anerkennung, Zweisamkeit, Geschenke, Hilfsbereitschaft und Zärtlichkeit.

Auf deine Lieblings-Art sorgst du am effektivsten für dich.

Tue also vorher alles, was dir gut tut. Sauna, baden, Freundin treffen, positive Affirmationen… Alles ist erlaubt!

Dein Ziel: Starte mit möglichst voller Schale ins Umgangswochenende!

Tipp Nr. 3: Spiele das Worst-Case-Szenario durch und bereite dich auf alles vor (What-to-do Liste, wenn seine Kinder kommen)

95 % aller Dinge, über die wir uns Sorgen machen, treten nicht ein! Oder wenn sie denn eintreten, sind sie nicht so schlimm, wie wir befürchtet haben. Immer und immer wieder zu grübeln, wie dieses oder jenes wohl werden wird, ist deshalb einfach sinnlos!

Was hingegen sinnvoll ist: Sich in einem ruhigen Moment zu überlegen, wie ich handeln will.

So geht es

  • Nimm dir ein weißes Blatt und zeichne eine Tabelle mit 2 Spalten.
  • Links schreibst du die konkreten Befürchtungen auf, z.B.
  1. Wenn das Kind zur Tür hereinkommt, ignoriert es mich und sagt nicht Hallo.
  2. Wir gehen spazieren und mein Partner hält sein Kind an der Hand, aber mich nicht.
  3. Auf dem Sofa drängelt sich das Kind zwischen meinen Partner und mich.

Wichtig: Es sollten ganz konkrete Beobachtungen sein. Also was du sehen, hören und mit deinen Sinnen wahrnehmen kannst. Keine pauschalen und vagen Aussagen wie „keiner interessiert sich für mich“ oder „ich bin abgemeldet“.

  • Schreibe in die rechte Spalte zu jeder „Befürchtung“ auf, was Du ganz konkret tun wirst, wenn diese eintritt
  1. Dann werde ich tief durchatmen, freundlich sagen „Schön, dass Du da bist“ und danach in die Küche gehen. 
  2. Ich gehe auf die andere Seite und nehme die freie Hand meines Partners.
  3. Ich stoppe den Film und frage das Kind, ob es eine Kitzeleinheit braucht, bevor wir weitergucken.
So könnte deine Liste aussehen

Das bringt es dir

Mit deiner Liste bleibst du viel ruhiger, wenn seine Kinder kommen. Denn du bist jetzt innerlich vorbereitet.

Statt dich immer im Kreis zu drehen und zu grübeln, hast du konkrete Pläne und weißt, was in jeder Situation zu tun ist. Nochmal durchatmen – und auf gehts!

Extratipp

Nach dem Wochenende kannst du den Gegencheck machen:

  • Welche Situation ist tatsächlich eingetroffen?
  • Wie viele insgesamt?
  • Welche waren gar nicht so schlimm wie befürchtet?
  • Konntest du deine Strategien umsetzen?
  • Was war dieses Mal anders?

Nutze die Liste über einen längeren Zeitraum, indem du Situationen ergänzt und streichst.

Was hilft dir am meisten, wenn seine Kinder kommen?

Welcher Tipp bringt dir am meisten? 
Welchen möchtest du mal ausprobieren?
Hast du selbst noch Ideen?

Dann schreib es in die Kommentare!

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade „Was stärkt dich gerade?“

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