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Eifersucht. Fühlst du rasende Wut, wenn dir ein Gegenstand der Ex in die Hände fällt? Bist du am Boden zerstört, sobald du ein Foto von ihr im Facebook-Feed siehst? Stellst du dich selbst und eure Beziehung sofort in Frage, weil dein Partner die kleinste Bemerkung über seine Verflossene macht? Dann leidest du vielleicht am Rebecca-Syndrom!

Psychologen bezeichnen damit eine krankhafte Eifersucht auf frühere Partner des derzeitigen Lebensgefährten. Der Name geht zurück auf das Buch „Rebecca“ von Daphne du Maurier. Darin leidet die neue Ehefrau unter dem Geist der Ex-Frau. Es erschien 1938, wurde von Alfred Hitchcock verfilmt – und ist durch immer mehr Patchworkfamilien aktuell wie nie.

Retroaktive Eifersucht – Eifersüchtig auf die Ex

Eifersucht ist die Angst vor Vergleich.

Erich Fromm

Retroaktive, retrospektive, retrograde oder rückwirkende Eifersucht ist, wie der Name es schon vermuten lässt, die Eifersucht auf die Vergangenheit des Partners.

Betroffene vergleichen sich ständig und bis ins kleinste Detail mit den Expartnern und haben einen krankhaften Drang, jede Einzelheit aus der vergangenen Beziehung wissen zu müssen, um vergleichen zu können. Sie hinterfragen die Vergangenheit und die Beziehung, bewerten sie (meist abfällig) und verurteilen den Partner dafür, die Beziehung geführt zu haben.

Häufig stalken sie auch in der Gegenwart die Expartner, beispielsweise durch ständiges Anschauen der Social Media Profile. An retrospektiver Eifersucht erkrankte Personen müssen nicht zwangsweise auch in der Gegenwart eifersüchtig sein, oft beschränkt sich die Eifersucht nur auf die Vergangenheit und einen oder mehrere Expartner.

Das Buch ist nach der Ex-Frau „Rebecca“ benannt.

Wie entsteht Eifersucht?

Ein gewisses Maß an Eifersucht ist durchaus normal und kann in Beziehungen vorkommen, insbesondere wenn eine Person den Eindruck hat, dass eine wichtige Beziehung bedroht ist. Als Warnindikator kann Eifersucht dann sogar dazu beitragen, Beziehungen zu stärken und die Intimität zu fördern. Die negativen Auswirkungen von Eifersucht sind aber oft riesig: Besessenheit, Kontrollverhalten und Beziehungsprobleme.

Eifersucht entsteht aus der Angst, etwas zu verlieren, das man als wichtig empfindet, wie die Aufmerksamkeit oder die Zuneigung einer geliebten Person. Es kann auch durch tieferliegende Probleme wie mangelndes Selbstwertgefühl oder Unsicherheiten in einer Beziehung ausgelöst werden. In manchen Fällen kann Eifersucht auch eine Reaktion auf frühere negative Erfahrungen sein.

Eifersucht ist eine Verletzung der Eigenliebe durch die Vorstellung, dass ein anderer bevorzugt wird.

Friedrich von Schiller

Eifersucht kann unkontrollierbar und überfordernd groß werden. Wenn einer aus Unsicherheit anfängt, im Handy des Partners zu stöbern, jeden Schritt zu kontrollieren, grundsätzlich kein Vertrauen mehr hat oder sogar gewalttätig wird, ist es an der Zeit, sich professionelle Unterstützung zu suchen.

Zitat Eifersucht Rebecca-Syndrom

Unterschiede zwischen normaler Eifersucht und retroaktiver Eifersucht

Normalerweise bezieht sich Eifersucht auf Gefühle, die im Zusammenhang mit der Gegenwart oder der Zukunft entstehen.

Wenn ein Partner viel Zeit mit einer anderen Person verbringt, entsteht unter Umständen die Sorge, betrogen zu werden. Manche Menschen werden schon eifersüchtig, wenn der Freund andere Frauen anschaut. Wenn die eigene Unsicherheit groß ist, kann man auch ganz ohne Grund eifersüchtig sein.

Im Gegensatz dazu richtet sich Retroaktive Eifersucht (auch: Retrograde Eifersucht) auf vergangene Beziehungen oder Erfahrungen, die der Partner in der Vergangenheit gemacht hat.

Normalerweise entsteht Eifersucht aufgrund von Bedrohungen, die für die gegenwärtige Beziehung relevant sind, während retroaktive Eifersucht oft auf Unsicherheiten oder Ängste in Bezug auf die Vergangenheit des Partners zurückzuführen ist.

Eifersucht kann zu Konflikten und Problemen in der Gegenwart führen, während retroaktive Eifersucht häufig die Qualität der Beziehung insgesamt beeinträchtigt.

Wie ist es, am Rebecca-Syndrom zu leiden? (Video-Interview)

Darüber habe ich mit der Betroffenen Nina gesprochen.

Sie ist mit ihrem Mann seit sieben Jahren zusammen und hat drei Kinder (8, 12, 15) aus ihrer vorherigen Beziehung und zwei (2, 4) aus ihrer jetzigen Ehe. Ihr Partner hat Zwillinge aus erster Ehe (11). 

Im Interview spricht sie darüber, wie sich ihre Eifersucht über das normale Maß hinaus zu einer Zwangsstörung entwickelt hat und wie sie gelernt hat, damit umzugehen. Außerdem erfährst du, welche Rolle die Expartnerin ihres Mannes dabei spielt und was das ganze mit Facebook-Profilen zu tun hat.

Interview mit Nina, die an Retroaktiver Eifersucht (Rebecca-Syndrom) leidet

Das Rebecca-Syndrom überwinden: Das kannst du gegen retroaktive Eifersucht tun

  • Psychoedukation: Informiere dich! Je mehr du verstehst, was in deinem Gehirn vor sich geht, desto weniger fühlst du dich ausgeliefert. Eine ausführliche englischsprachige Seite zum Thema ist Retroactive Jealousy Crusher.
  • Ablenken: Wenn du merkst, dass die Eifersucht aufsteigt, steuere aktiv dagegen. Geh raus, mach Sport, lies ein Buch. Lass die Gedanken an dir vorbeiziehen wie einen wegfahrenden Zug. Du musst nicht einsteigen.
  • Kommunikation: Rede über deine Gefühle, entweder mit einer Freundin oder einer unbeteiligten dritten Person. Wenn du eine neutrale Perspektive von außen bekommst, kann dir das helfen, aus deinem Gedankenkarussell auszusteigen.
  • Sprich mit deinem Partner: Wenn die Ex immer präsent ist, kann es sich anfühlen wie eine Beziehung zu dritt. Dabei ist sie nicht wirklich anwesend! Vereinbart ein Code-Wort, das dich aus deinem Gedanken-Kreislauf rausholt (wie in Ninas Fall „Butter-Margarine“). Bitte deinen Partner darum, dir aktiv zu zeigen, dass er dich liebt – am besten in deiner Sprache der Liebe.
  • Vertreib das Gespenst: Nimm mit der Ex Kontakt auf. Lerne sie kennen und hol sie damit von dem Sockel, auf den du sie gestellt hast. Sie ist ein ganz normaler Mensch mit Ecken und Kanten. Es gab schließlich Gründe, warum sich dein Partner von ihr getrennt hat. Bitte sie um Hilfe, mit deiner Eifersucht umzugehen, z.B. indem sie dich auf Social Media blockiert.
  • Hol dir Unterstützung: Such dir eine Selbsthilfegruppe vor Ort oder online. Mach ein Coaching oder eine Therapie. Du musst mit deinen Gefühlen nicht alleine zurechtkommen. Emotionscoachs können gezielt an den Emotionen arbeiten und dir helfen, damit umzugehen.

Hast du weitere Tipps, die dir helfen, mit dem Rebecca-Syndrom umzugehen? Teile deine Erfahrungen zur retroaktiven Eifersucht in den Kommentaren!

Bauchschmerzen, wenn seine Kinder kommen?

 

Aus Erfahrung weiß ich, wie hilflos man sich als "Bonusmama" fühlen kann. Deshalb habe ich meine besten Tipps VOR, AM und NACH dem Kinder-Wochenende für dich zusammengestellt.
 
Damit du dich endlich wieder aufs Wochenende freuen kannst - egal, ob das Kind da ist oder nicht.

Das hat geklappt!

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