Das Audio ist die Tonspur eines LIVE Videos in der Facebookgruppe “Entspannt Stiefmutter sein” zum Thema Liebe als Bedürfnis. Du kannst also zuhören oder den Blogartikel lesen – ganz wie es Dir am liebsten ist. 

Es geht um Liebe. Ein sehr großes Wort. Jeder kennt es. Jeder hat eine Vorstellung davon. Ich hatte euch ja auch diesen kurzen Clip gepostet, wo sich der Wolf und die Giraffe unterhalten. Der Wolf fragt: “Liebst Du mich?” Der Wolf meint dieses Gefühl, dieses warme, kuschelige. lch nenne das gern “großes Herz”. Dieses Gefühl, das man hat, wenn man einen sehr schönen Moment mit seinem Mann teilt. Oder wenn man sein schlafendes Kind anschaut. Und einfach von der Liebe als Gefühl überwältigt ist. Das ist schön, wenn man das hat.

Liebe als Gefühl

Das Problem daran ist, es ist als Gefühl sehr unbeständig. Flüchtig. Schwer zu steuern. Denn Gefühle habe es nun einmal an sich, dass sie in dem einen Moment da sind und im nächsten nicht, nicht mehr oder wieder oder unterschiedlich intensiv. Das ist als Basis für eine Beziehung ungünstig. Deswegen ist die Idee Liebe als Bedürfnis zu betrachten und zu schauen, was ändert sich dadurch. Was hat man für andere Möglichkeiten.

Was ist ein Bedürfnis?

Es gibt ja sehr viele Neue hier in der Gruppe und auch einige neue, die zuschauen. Das finde ich total schön. Deswegen dachte ich, ich sage noch einmal ganz kurz etwas dazu, was ein Bedürfnis ist. Dazu habe ich auch schon ein Video gemacht. Das ist auch noch in der Gruppe verfügbar. Das könnt ihr euch gern angucken, wenn ihr da noch ein bisschen mehr wissen wollt. Aber für heute reicht vielleicht so viel:

Ein Bedürfnis ist etwas Universelles. Etwas Positives, was alle Menschen haben. Es gibt unterschiedliche Bedürfnisse. Nähe, Freiheit, Ruhe, Bewegung. In unterschiedlichen Momenten hat man die in unterschiedlich starker Ausprägung. Schwierig wird es immer dann, wenn der eine Mensch ein Bedürfnis gerade hat und der andere ein anderes. Und man versucht, eine Strategie zu finden, die beide vereint. In diesem Zusammenhang schauen wir uns jetzt mal Liebe an. Liebe als Bedürfnis.

Lieben und geliebt werden

Liebe hat ja immer einen aktiven Teil und einen passiven Teil. Dieses Gefühl ist ja das, was ich empfinde. Ich liebe dich. Okay. Was aber ja oft fast noch wichtiger ist, ist geliebt zu werden oder sich geliebt zu fühlen. Das ist das, wo es dann schwierig wird. Weil ich dafür sorgen möchte, dass mein Partner oder mein Kind sich geliebt fühlt. Wir verwechseln das oft. Wir sagen: “Aber ich liebe dich doch!” Aber wichtig ist ja das, was beim anderen ankommt. Also, füllt sich durch das, was ich tue, dieser Liebestank von dem anderen? Bringt dem das was?

Muttersprache der Liebe

Die Idee ist, dass es unterschiedliche Muttersprachen der Liebe gibt. Jeder hat eine andere. Insgesamt gibt es 5. Das Problem besteht darin, wenn der eine jetzt als Muttersprache – ich sage jetzt mal plakativ – französisch hat und der andere deutsch. Dann sagt der dem auf französisch vielleicht wunderschöne Sachen. Der versteht vielleicht auch vom Kopf her, das ist jetzt nett gemeint und bestimmt ist das etwas Liebevolles. Aber es kommt nicht an.

So ist es auch mit diesen Muttersprachen der Liebe. Wenn die Ehepartner unterschiedliche Sprachen sprechen, dann strengt sich der eine unglaublich an und sagt: “Aber ich liebe dich doch, und ich tue doch alles, was ich kann! Warum merkst denn du das nicht?” Und der andere sagt: “Ich fühle mich überhaupt nicht geliebt.”

Die 5 Sprachen der Liebe

Deshalb finde ich dieses Konzept so toll. Ich habe auch dieses Buch “Die 5 Sprachen der Liebe” – das gibt es auch als Geschenkband – schon oft zu Eheschließungen verschenkt, zur Hochzeit. Denn ich glaube, wenn man das umsetzt, dann ist es viel einfacher in der Partnerschaft miteinander klarzukommen, weil man viel konkreter sagen kann, was man vom anderen braucht.

Jetzt werde ich in einzelnen auf diese 5 Sprachen eingehen, welches es da gibt. 

Sprache der Liebe Nr. 1: Zweisamkeit

Zeit zu zweit. Neudeutsch “quality time”. Es geht darum, dem anderen die volle Aufmerksamkeit zu geben. Also beim Essen zum Beispiel ein Gespräch zu führen, miteinander in diesem Moment zu sein und nicht nebenbei auf dem Handy herumzuklickern. Dann ist die Aufmerksamkeit woanders und dieser Moment hat nicht mehr diese Intensität. Bei dem anderen würde nicht ankommen, dass er jetzt gerade geliebt und wertgeschätzt wird.

Man kann auch sagen, achtsam sein. Im Moment sein. Ganz hier sein. Blickkontakt halten. Wenn ich mich mit meinem Kind beschäftige, dass ich nicht nebenbei in Gedanken wieder woanders bin, sondern dass ich wirklich da bin. Präsent bin. Und dem anderen diese Präsenz schenke. Mein ganzes Sein letztendlich.

Sprache der Liebe Nr. 2: Hilfsbereitschaft

Im Sinne von Unterstützung. Fühle ich mich dadurch geliebt, dass mein Mann aktiv den Müll herunterbringt oder die Wäsche ausräumt? Das Ding ist, natürlich spricht jeder jede Sprache so ein bisschen. WIr haben auch gelernt, das als Wertschätzung wahrzunehmen. Natürlich ist es jeden wichtig, dass der andere sich auch engagiert. Aber für Menschen, von denen Hilfsbereitschaft tatsächlich die Sprache der Liebe ist, hat es eine andere Qualität.

Ich habe eine Freundin, bei der bin mir ziemlich sicher, dass das ihre Sprache ist. Denn das erste, was sie mir von ihrem neuen Freund damals erzählt hat, war: “Nachdem wir gekocht haben, hat er den Abwasch gemacht und hat sogar noch die Armaturen abgewischt.” Sie war da total begeistert. Wenn ich bei ihr zu Besuch bin, dann weiß ich, dass ihr das wichtig ist und helfe auch immer mit. Und ich merke, dass das bei ihr richtig ankommt.

Sprache der Liebe Hilfsbereitschaft bei Kindern

Bei meiner mittleren Tochter ist das auch so, dass Hilfsbereitschaft ihr unglaublich wichtig ist. Bei Kindern ist das ja ein bisschen schwierig, weil wir oft diese Tendenz haben zu sagen: “Die müssen ja selbständig werden. Das müssen die doch alleine können.” Meine Tochter ist 6 und ich bin mir ziemlich sicher und weiß, dass sie sich alleine anziehen kann. Aber sie möchte gerne, dass ich ihr dabei helfe. Ich habe festgestellt, dass ihr das sehr viel bedeutet und sehr wichtig ist. Wenn ich sie abhole, sage ich nicht: “Jetzt zieh dir mal die Schuhe und die Jacke an!” Sondern ich helfe ihr. Ich mache ihr zum Beispiel die Schuhe zu. Ich merke, dass das etwas ist, was ihr sehr wichtig ist und was ihren Tank füllt. Deshalb entscheide ich mich bewusst dafür, das zu machen.

Man hat das ja auch, wenn man abends entspannt auf dem Sofa sitzt. Natürlich kann ich selber aufstehen und mir einen Tee holen, aber natürlich fühlt es sich auch schön an, wenn ich sage: “Ach, Schatz, mach mir doch mal bitte einen Tee.”

Wie gesagt, es ist auch hier wieder die Intensität. Natürlich ist es immer nett, sich gegenseitig zu unterstützen. Aber bei manchen Menschen ist das halt die Art und Weise, wo sie sagen: “Und das hat er auch noch für mich gemacht! Ist das nicht toll!” Es kommt also wirklich an im Herzen.

Sprache der Liebe Nr. 3: Zärtlichkeit

Das ist ja etwas, das man intuitiv mit Liebe verbindet: Kuscheln, das Kind auf den Schoß nehmen, nebenbei mal über den Rücken streicheln, über den Kopf streichen. Bei Erwachsenen gehört auch Sexualität in diesen Bereich, aber nicht ausschließlich. Sondern es geht viel mehr um diese Kleinigkeiten zwischendrin.

Beispiel Sprache der Liebe Zeit zu zweit – Zärtlichkeit

Ich habe da ein schönes Beispiel, um den Unterschied zwischen der ersten Sprache “Zeit zu zweit” und Zärtlichkeit zu verdeutlichen. Jemand, dem Zeit zu zweit wichtig ist, guckt abends auf dem Sofa mit seinem Schatz zusammen eine DVD. Dem ist das wahnsinnig wichtig, dass der wirklich nicht nebenbei an seinem Handy daddelt, sondern sich auf den Film konzentriert. Weil man dann diesen Moment zusammen teilt und sich hinterher darüber unterhalten kann und sich gemeinsam daran erinnern kann: “Weißt du noch, als wir diesen Film geguckt haben. Das war ja total spannend.”

Jemand, dem Zärtlichkeit wichtig ist, sitzt auch gern abends mit seinem Schatz auf dem Sofa und kuschelt sich an den dran. Oder lässt sich von dem den Rücken kraulen. Aber dem ist das nicht so wichtig, dass der andere sich auf die gleiche Sache konzentriert. Sondern dem reicht das – das füllt den Tank auf – einfach die körperliche Nähe zu spüren. Und wenn halt nebenbei ein Buch liest und ich den Film gucke, dann ist das egal.

Das finde ich spannend. Denn wenn man sich jetzt dessen nicht bewusst ist, dass das zwei unterschiedliche Sprachen sind, dann sind letztendlich beide unzufrieden. Weil der eine sagt: “Was willst du denn? Ich habe dir hier den ganzen Abend den Rücken gekrault und du bist immer noch nicht zufrieden!” Und der Partner sagt: “Aber das wollte ich gar nicht. Ich wollte, dass du mit mir den Film guckst! Warum kannst denn Du nicht einmal das machen, was mir wichtig ist?”

Das finde ich so spannend, weil ich glaube, das Bewusstsein darüber, dass es einfach unterschiedliche Arten sind, mit denen man Liebe automatisch ausdrückt, hilft so viel Konflikten vorzubeugen. Weil man plötzlich weiß: “Ach, okay, dir ist das und das wichtig.”

Sprache der Liebe Nr. 4: Geschenke, die von Herzen kommen

Die Schwierigkeit da ist, dass Geschenke heutzutage oft als Notlösung angeboten werden. Wenn Eltern nicht viel Zeit haben, schenken sie dem Kind tolle Dinge. Das ist damit nicht gemeint. Sondern Geschenke, die von Herzen kommen. Wo der andere merkt, da hat sich jemand Gedanken darüber gemacht, was mir wichtig ist, was mir Freude machen könnte. Der hat an mich gedacht, als ich nicht bei dem war. Der hat mir etwas mitgebracht. Damit will er mir zeigen, dass er mich liebt.

Beispiel Sprache der Liebe Geschenke – Zeit zu zweit

Da gibt es auch eine spannende Geschichte, wo jemand von einer Dienstreise zurückkommt. Er hat zwei Kinder. Beiden hat derjenige ein Geschenk mitgebracht. Die eine Tochter freut sich total und ist ganz gespannt beim Auspacken und sagt: “Das ist ja ganz toll!” Sie stellt es gleich in ihr Zimmer ins Regal, freut sich daran und zeigt es jedem.

Die andere ist so: “Ah ja, danke.” Sie ist auch höflich. Sie hat verstanden, das macht man so. Das ist ein übliches Zeichen, um sich zu zeigen, dass man sich mag. Sie hat auch mitgekriegt, sich zu bedanken, und dass das vom anderen so erwartet wird. Es hat aber einen ganz anderen Effekt. Dafür ist diese zweite Tochter aber vielleicht vom Typ Zweisamkeit und sagt: “Zeig mir doch mal die Fotos! Ich möchte so gern mehr darüber erfahren. Was hast du denn erlebt? Mensch, das ist ja total spannend.” Sie will eher jetzt die Aufmerksamkeit haben. Die Mama war lange weg, und jetzt möchte sie Zeit mit ihr verbringen.

Je nachdem, was die Mutter für ein Typ ist, sagt sie vielleicht bei dem einen Kind, das sich über das Geschenk überhaupt nicht groß gefreut hat: “Wie undankbar! Ich habe mir da so eine Mühe gemacht. Ich habe ihr extra etwas ausgesucht, und es ist ihr total egal. Sie kann das überhaupt nicht wertschätzen.” Oder wenn die Mutter eher vom Typ Zweisamkeit ist, sagt sie vielleicht zu dem Kind: “Das ist ja nur auf materielle Dinge aus! Das interessiert sich überhaupt nicht dafür, dass ich wieder da bin und hat mich wohl auch gar nicht vermisst.”

Liebe ist eine bewusste Entscheidung

Ist das nicht spannend, wie unterschiedlich da die Wahrnehmung ist? Dabei lieben beide Kinder die Mama. Und die Mama liebt auch beide Kinder. Nur sprechen sie unterschiedliche Sprachen. Wenn man sich das bewusst macht, dann ist es so viel einfacher zu sagen: “Dir habe ich eine Freude damit gemacht, dir das zu schenken, weil ich weiß, das ist das, was deinen Tank füllt, was bei dir wirklich ankommt.” Bei dem anderen Kind nehme ich mir dann bewusst die Zeit, auch wenn das vielleicht nicht meine Sprache ist, und sage: “Na klar, ich freue mich, jetzt wieder Zeit mit dir zu verbringen. Ich lasse jetzt den Koffer Koffer sein und mache auch nicht die Wäsche. Ich kümmere mich um nichts anderes, sondern nehme mir die Zeit für Dich, weil ich weiß, dass Dir das wichtig ist.”

Allein dieses Wissen darum, was braucht der andere, damit der sich geliebt fühlt, führt dazu, dass ich mich bewusst entscheiden kann, dem das auch zu geben. Das ist ja immer noch meine freie Entscheidung. Ich möchte ja mit dem Menschen eine Verbindung eingehen, eine Beziehung. Das heißt, wenn ich mich sowieso dafür einsetze, dass diese Beziehung gut ist, dann möchte ich dem ja sein Bedürfnis erfüllen. Das Bedürfnis ist Liebe. Nur die Art und Weise, wie der eine das erfüllt haben möchte, unterscheidet sich halt. Wenn ich das weiß, dann kann ich das ja so machen.

Wenn ich weiß, meinem Mann ist das unglaublich wichtig, dass ich den Müll rausbringe oder mir da und da drum kümmere oder bei der Versicherung anrufe oder was auch immer – denn das ist seine Art und Weise. Dafür verbringt er so viel Zeit damit, im Garten für die Kinder ein Baumhaus zu bauen, sich um das Auto zu kümmern und meine Sachen aus der Wäscherei zu holen und den Einkauf zu machen. Ich merke, seine Sprache der Liebe ist Hilfsbereitschaft. Dann kann ich das bewusst wahrnehmen. Dann kann ich ihm aber auch sagen: “Schatz, es ist ja schön, dass du das für mich machen willst. Mir wäre es aber viel wichtiger, dass du dir die Zeit, die du jetzt dafür verbrauchst, dich um Dinge zu kümmern, um mich kümmerst. Können wir nicht mal zusammen Zeit verbringen?” Das jetzt ja voraus, dass ich das weiß.

Sprache der Liebe Nr. 5: Lob & Anerkennung

Mit der Sprache habe ich ein bisschen meine Probleme, weil Loben so inflationär geworden ist. Gerade Kindern gegenüber. Die werden ja heutzutage mit Lob überschüttet. “Das hast du aber toll gemacht! Toll gemalt! Toll geklettert! Super, wie du schaukeln kannst!” Das ist damit, denke ich, nicht gemeint, sondern dieses Wahrnehmen. Auf dem Spielpaltz vielleicht sagen: “Ich sehe Dich. Du bist da ganz oben raufgeklettert. Das fühlt sich gut an, oder? Was hast du denn jetzt für ein Gefühl? Bist du stolz?” Eher dieses Wahrnehmen. Vielleicht geht es da auch um Worte. Dass bei dem anderen Worte eher ankommen, oder dass der sich sehr an Formulierungen festhalten kann. Dass der solche Sätze für sich wertschätzt oder dass die bei ihm besonders ankommen.

Welche Sprache der Liebe sprichst Du?

Jetzt haben wir diese 5 Sprachen der Liebe. Jetzt wäre es natürlich total spannend, als erstes herauszufinden, was sprichst du für eine Sprache? Denn nur wenn du das weißt, kannst du ja deinen Partner konkret darum bitten, in dieser Sprache mit dir zu sprechen. Sonst könnte es halt sein, dass der sich echt Mühe gibt und dir zeigen will, dass er dich liebt. Aber es geht komplett an dir vorbei. Wie schade!

Ich glaube wirklich, dass das in Beziehungen oft ein Problem ist. Denn eigentlich wollen doch beide Partner diese Beziehung und wollen doch dem anderen zeigen, dass sie ihn wirklich lieben. Sie tun das auch. Ich glaube, es macht die Sache so viel leichter, wenn ich konkret weiß, wie kann ich es machen. Der möchte gern, dass ich ihm den Rücken kraule oder mit ihm zusammen den Film gucke oder stattdessen für ihn in der Küche die Butterbrote für den nächsten Tag schmiere oder ihm vom Einkaufen seinen Lieblingskäse mitbringe. Merkt ihr, das sind ja auch im Alltag viele Kleinigkeiten, an denen sich das dann festmacht. Das ist so schön, weil es so einfach ist und so konkret.

Ich kann dann ganz konkret sagen: “Es wäre mir wichtig. Könntest du bitte genau DAS für mich tun.” Und nicht: “Ja, weiß ich jetzt auch nicht. Ich fühle mich halt nicht geliebt. Rate doch mal, was ich gerne hätte, bevor ich es selbst weiß!” Wie auch in dem Video der Rosenberg das gesagt hat.

Die Frage ist natürlich jetzt: Wie finde ich meine Sprache der Liebe heraus?

Was machst du automatisch?

Erstmal kann man sich beobachten. Wie drücke ich instinktiv Liebe aus? Muttersprache heißt ja, das ist etwas, das mir wirklich innewohnt. Was ich automatisch mache.

Ich merke zum Beispiel bei meiner Mama, die war immer der Typ Geschenke. Die hat das mit so viel Liebe und Hingabe gemacht. Sie das ganze Jahr über immer Kleinigkeiten, wenn sie die irgendwo gesehen hat, gesammelt. Wenn man Geburtstag hatte, hat man nicht ein Geschenk bekommen, sondern 25 kleine. Jedes war voller Liebe ausgesucht. Das ist auch bis heute, dass sie sich sehr darüber freut, wenn sie eine Postkarte bekommt. Das ist ihre Muttersprache, wie sie instinktiv ausdrückt, dass sie jemanden liebt.

Dann habe ich meinen Mann kennengelernt. Erstmal habe ich auch versucht, dem zum Geburtstag Geschenke zu machen, weil das ja auch etwas war, was ich so gelernt habe. Und ich habe gemerkt, bei dem kommt das überhaupt nicht an. Der sagt zwar danke, aber letztendlich ist ihm das nicht wichtig. Der kann auch bis heute nicht so gut Geschenke machen. Mittlerweile weiß ich das und habe das auch akzeptiert, weil ich auch festgestellt habe, dass das gar nicht meine Sprache ist.

Bei mir ist instinktiv eher Zärtlichkeit. Mir ist das ganz wichtig. Ich merke, dass ich mit meinen Kindern ganz viel kuschel. Dass ich gern Hand in Hand laufe. Dass ich stark wahrnehme, wenn mir jemand zwischendrin die Hand auf den Arm legt, mir mal über den Rücken streicht, mich umarmt. Ich merke, dass das das ist, was bei mir ankommt.

Worum bittest du? Was vermisst du am meisten, wenn du es nicht hast?

Gerade in stressigen Zeiten, wenn nicht viel Zeit ist. Es gibt nur noch 5 Minuten zwischen Tür und Angel. Was ist das, was dir am wichtigsten ist? Was soll der andere dann machen? Soll der dann noch mal eben schnell dein Hemd aus der Reinigung holen? Oder soll er dich mal eben kurz in den Arm nehmen? Oder soll er dir mal 5 Minuten zuhören oder dir etwas erzählen von seinem Alltag? Oder wäre dir, dass er dir eine Rose mitbringt? Oder dass er dir sagt, wie toll du bist? Wenn nur noch wenig Zeit ist, was ist das, das dir am allerwichtigsten ist? Was bei dir wirklich ankommt. Was bei dir das meiste auslöst.

Wenn du herausfinden willst, was für eine Sprache spricht dein Kind – Ab Grundschulalter fängt das an, sich herauszukristallisieren. Vorher ist es mehr oder weniger alles bzw. bei Säuglingen ist ja klar, dass der Körperkontakt im Vordergrund steht. Oder auch bei deinem Partner, wenn du gucken willst –

Worüber beklagt er sich häufig?

Was fehlt dem denn? Oder was ist denn etwas, wo er oft sagt, das wäre schön, wenn du das noch machen könntest.

Wir sprechen grundsätzlich alles, weil wir das auch so gelernt haben. Und weil natürlich vieles auch dazugehört. Hilfsbereitschaft erfüllt ja jetzt nicht nur ausschließlich das Bedürfnis nach Liebe, sondern auch nach Unterstützung, Gerechtigkeit, Gleichverteilung der Aufgaben oder nach Effektivität. Das kann ja sein. Das heißt, man kann das nicht ausschließen. Aber es gibt immer eins, was wirklich im Vordergrund steht.

Wenn Du das herausgefunden hast, dann kannst du dir konkret überlegen, wie kann der andere dir das erfüllen? Was wünschst du dir? Die Erfahrung zeigt, dass Menschen gern zum Wohlergehen anderer beitragen. Die wollen das. Die wollen dich ja glücklich machen. Der Partner will dir ja zeigen, dass er dich liebt. Wenn er ganz konkret weiß, wie er das tun kann, ist es für ihn viel einfacher. Dann fühlst du dich geliebt, und dadurch erwächst natürlich gleichzeitig auch wieder mehr Kraft, den anderen auch sich geliebt fühlen zu lassen.

Das waren meine Ideen und Inputs zum Thema Liebe als Bedürfnis. Auf welche Art und Weise kann man sich das erfüllen?  

Das Buch “Die 5 Sprachen der Liebe – Wie Kommunikation in der Partnerschaft gelingt” von Gary Chapman kannst Du hier bestellen. Es ist ein affiliate Link. Du kaufst darüber zum gleichen Preis ein wie normal, ich bekomme eine kleine Provision. Vielen Dank! 

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