Klischees und dumme Ansprüche

  • Du hast vorher gewusst, dass er ein Kind hat.
  • Du musst das machen. Du musst das verstehen. Du musst mehr Verständnis zeigen.
  • Mein Partner lässt zu viel durchgehen. Wenn ich das anspreche, bin ich “die Böse”.

Wie kannst Du mit solchen Vorwürfen umgehen? Wie kannst Du handlungsfähig werden, ohne Schuld, Scham und Selbstzweifel? Das verrate ich Dir in diesem Video. Im zweiten Teil entstand eine Diskussion zum Thema “Regeln durchsetzen vs. authentisch sein”.

Wenn Du lieber liest statt zuzuhören, ist dieser Text für Dich 

Hallo und herzlich willkommen hier in der Gruppe “Patchwork auf Augenhöhe: Entspannt Stiefmutter sein mit Marita Strubelt”. Das bin ich. Heute in diesem Live Video geht es um Klischees und dumme Ansprüche. Wir haben da ein bisschen gesammelt und zusammengetragen, was wir uns im einzelnen schon so anhören mussten. Ich lese mal ein paar davon vor: 

  • Du hast doch vorher gewusst, dass er ein Kind hat. 
  • Du musst das machen. 
  • Du musst zurückstecken. 
  • Du musst das verstehen. 
  • Du musst ihn unterstützen. 
  • Du musst Verständnis zeigen. 
  • Du musst dich vor allen Dingen um das Kind kümmern. 

Auf der anderen Seite, obwohl man so viele Aufgaben und Pflichten aufgedrückt bekommt und davon ausgegangen wird, dass die ganz selbstverständlich sind, wird man aber nicht in Entscheidungen einbezogen. Da soll man dann die Größe haben, zurückzustecken und sich nicht aufzudrängen. 

Das führt natürlich zu einem schlechten Gewissen. Zum einen bei einem selbst, vielleicht auch teilweise bei dem Partner. Der Partner, der ja alles für das Kind tut, um da möglichst an dieser Beziehung keine Abstriche machen zu müssen. Der dann vielleicht zu nachgiebig ist. Und wo du dann als Stiefmutter denkst: “Moment mal! Das sehe ich aber anders.” Dann hast Du aber keinen Spielraum, um Dich da einzubringen und um da etwas zu gestalten. 

  • Der Partner lässt zu viel durchgehen. Aber wenn ich das anspreche, bin ich “die Böse”. Ich soll Verständnis zeigen. 

Das ist eine ganze Menge an Kommentaren und Aussprüchen. Im Prinzip ja Vorwürfe, die man sich da so anhören muss.

Wie kannst Du damit umgehen?

Mein Ansatz ist: Ich möchte Dich gern handlungsfähig machen. Ich möchte Dir gern Mittel und Wege an die Hand geben, wie Du damit umgehen kannst. Was ja oft passiert, ist, man kriegt so einen Vorwurf ins Gesicht geknallt und reagiert dann entweder mit Verteidigung. Man sagt also: “Du bist ja selbst nicht besser. Guck Dir doch mal Deine Kinder an!” oder so etwas, je nachdem, von wem der Vorwurf kommt. Oder dieses Zerfleischen nach innen, man macht sich selber klein und zieht sich jeden Schuh an, der einem hingestellt wird, und sagt: “Oh ja, stimmt! Ich müsste mich noch mehr anstrengen und mich noch mehr einbringen.” Beides ist nicht gesund! 

Das 4-Ohren-Modell

In der Gewaltfreien Kommunikation nennt man das “Das 4-Ohren-Modell“. Bei der Sprache gibt es ja immer zwei Richtungen. Das eine ist das Sprechen und das andere ist das Hören. Das Tolle ist, dass Du selbst entscheiden kannst, wie Du etwas hörst. Also nicht nur, wie Du sprichst. Sondern wenn Du etwas an den Kopf geworfen bekommst, hast Du die Handlungsfähigkeit zu entscheiden, wie reagiere ich darauf. Du musst diesen Moment aber bewusst nutzen. Du musst innehalten und diese Entscheidung treffen. Denn sonst passieren diese Automatismen, die man jahrelang eintrainiert hat. Die sind halt, entweder ich mache mich selbst klein oder ich mache den anderen klein. Wir nennen das “Wolfsohren außen”. Ich gebe den Vorwurf zurück und beschimpfe den anderen. Oder “Wolfsohren innen”. Ich beziehe das auf mich und mache mich klein. Schuld und Scham und diese ganzen Mechanismen, die dann anfangen zu wirken. 

Giraffenohren auf!

Jetzt ist die Frage: Wie kannst Du es anders machen? Ich habe ja schon viel davon gesprochen. Ihr habt das schon oft gehört. Bedürfnisse stehen in der Mitte. In so einem Fall, wo Dir jemand einen Vorwurf macht, sind ja zwei Personen beteiligt. Der, der den Vorwurf macht, und Du, der den Vorwurf hört. Jetzt hast Du wieder zwei Möglichkeiten, Deine Giraffenohren aufzustellen. Die Giraffe ist ja das Symbol für diese Gewaltfreie Kommunikation und diese wertschätzende, verbindende Sprache. Du kannst entweder die Giraffenohren nach außen stellen. Das heißt, Du nimmst den Vorwurf vom anderen empathisch auf. 

Giraffenohren außen

Wenn jetzt jemand zu Dir sagt: “Du musst mich mehr unterstützen! Kannst Du nicht einmal ein bisschen Verständnis zeigen?” Und es ist zum Beispiel Dein Partner, der das sagt. Dann kannst Du natürlich in diese Verteidigungshaltung gehen “Du zeigst ja selber kein Verständnis!” oder Du sagst: “Ja, ich hätte mich mehr anstrengen können.” Das waren diese beiden ersten Dinge, die automatisch passieren. Diese Wolfohren außen, Wolfsohren innen. Oder Du kannst sagen: “Okay. Wenn ich das jetzt von Dir höre, Du wünschst Dir hier mehr Verständnis.” Da liefert er Dir ja im Prinzip sein Bedürfnis schon frei Haus. Dann sagst Du: “Du bist wohl gerade echt unter Druck. Kann es sein, dass Du Dir da gerade mehr Unterstützung wünschst?” Allein das. Du gibst dem anderen dadurch Empathie. Du benennst sein Bedürfnis. Du benennst sein Gefühl. Dadurch fühlt er sich gesehen und wahrgenommen. Das bewirkt schon ganz viel. Dass er selbst aus dieser vorwurfsvollen, harten Haltung herausgeht. 

Giraffenohren innen

Du kannst natürlich auch von Dir selbst sprechen. Dann musst Du entscheiden, sagst Du es laut oder machst Du es Dir erst einmal selbst klar. Warum regt Dich das denn so auf? Da steckt ja auch wieder ein Bedürfnis dahinter. Wenn Du also von ihm hörst: “Du musst mich hier jetzt mehr unterstützen!”. “Ich merke gerade, ich bin total erschöpft, weil ich mir selber auch wünsche, mal gesehen zu werden. Oder Anerkennung für das zu bekommen, was ich die ganze Zeit schon leiste.” Dann verbindest Du Dich mit Deinem Bedürfnis. Das gibt Dir wieder die Kraft. Das sind die beiden Möglichkeiten, die neu sind. 

Was steckt dahinter?

Wenn Du jetzt die Situation hast, dein Partner lässt zu viel durchgehen. Und wenn Du das ansprichst, bist Du die Böse. Da ist ja schon wieder die Frage, wo kommt das her? Eine Beobachtung ist das ja nicht, sondern schon eine Bewertung. Wer bewertet denn, was gut und was böse ist? Wer macht Dir denn diesen Vorwurf? Bist Du das selbst? Denkst Du das dann von Dir? Denken das andere von Dir? Sagen das andere? Die Macht, die Du hast, besteht darin, erstmal genau hinzugucken. Jetzt sagt der Partner: “Du müsstet da Verständnis zeigen. Sei doch mal ein bisschen lockerer.” Was steckt denn bei ihm dahinter? Was könnte es denn sein? Ist es ein Bedürfnis nach Leichtigkeit? Will er jetzt nicht wieder diskutieren und Probleme wälzen, sondern er will einfach, dass es läuft. Das könnte sein. Dieses Bedürfnis nach Leichtigkeit, damit kannst Du Dich vielleicht sogar verbinden. Das hast Du auch, vielleicht nicht in der Situation, vielleicht in einer anderen.

Was steckt denn gleichzeitig bei Dir dahinter? Wenn Du jetzt sagst: “Der lässt den Kindern hier so viel durchgehen. Das geht überhaupt nicht!” Dann ist es Dir vielleicht wichtig, dass Du da zu Deinen Werten stehen kannst. Dass Du auch mal aussprechen kannst, worum es Dir geht. Das nennt man Integrität. Meine Werte sind mir wichtig. Ich stehe dazu und sage die auch und gehe nicht darüber hinweg. Auf dieser Ebene, auf der Bedürfnisebene von Leichtigkeit auf der einen Seite und Integrität, zu Deinen Werten stehen, da könnt ihr euch treffen. Das öffnet dann wieder den Raum für andere Möglichkeiten. Weg von “Du musst es so machen!”, “Du musst es so machen!”, “Nein, ich will das nicht und Du willst das nicht” – und schon haben wir einen Konflikt. 

Das ist mein Anspruch: Dich handlungsfähig machen

Hinter diese ganzen Konflikte, Vorwürfe, Klischees und Ansprüche zu schauen. Was steckt dahinter? Was steckt bei Dir dahinter? Warum ficht Dich das so an? Warum nervt Dich das? Warum triggert Dich das? Das ist ja ein Auslöser. Aber der Grund dafür ist ja, dass da ein Bedürfnis dahintersteckt, das gerade nicht erfüllt ist. Wenn Du das für Dich herausfindest, dann kommst Du wieder in Deine Kraft. Dann kannst Du an anderer Stelle für Dich sorgen. Und auf der andere Seite: Warum sagt der andere das? Bei dem steckt auch etwas dahinter. Ich finde das so schön, weil Du dann eben nicht das Opfer bist, Dir das anhören musst und keine Wahl hast, außer sauer auf den anderen zu werden oder Dir selbst Vorwürfe zu machen, was ja so oft passiert. Das ist einfach mein Anspruch. Ich möchte Dir konkret diese Wege und Tipps an die Hand geben. Wie kannst Du wieder in Deine Kraft kommen? Wie kannst Du handlungsfähig werden? 

Du musst es nicht alleine schaffen

Ich freue mich, dass jetzt auch mehr und mehr von euch hier aus der Gruppe sich bei mir melden und mein kostenloses Erstberatungsgespräch in Anspruch nehmen. Ich möchte Dich dazu auch ermutigen. Du musst es nicht alles allein schaffen. Du musst nicht mit diesen ganzen Situationen alleine umgehen. Wenn man nicht gelernt hat, wie es anders gehen kann, dann fällt man immer auf das zurück, was man selber kennt. Das ist so schade, weil es so schmerzhaft ist und Dich gar nicht voranbringt. Deswegen möchte ich Dich echt ermutigen, da einfach einen Schritt weiterzugehen. Mach einen Termin. Wir gucken zusammen auf Deine Situation. Wir gucken zusammen, wie ich Dich unterstützen kann, damit Du das schaffst, wieder handlungsfähig zu werden. 

Diskussion über Regeln

Marina schreibt: “Und wie soll es in akuten Situationen dann ablaufen? Denn die Kinder tanzen dennoch auf der Nase und reiben jeden auf.” 

Was ist denn Deine akute Situation? Vielleicht kannst Du es noch ein bisschen genauer machen. Die Situation ist: Die Kinder machen irgendetwas, was Dich stört und Dein Partner sagt nichts dazu? Ist das so? Wenn das der Fall ist, dann würde ich das schon ansprechen. Wenn Du sagst: “Mir ist das total wichtig. Ich kann das nicht einfach so hinnehmen. Das geht mir total gegen Strich.” Dann ist das natürlich völlig legitim, das zu sagen.

Wenn Du nicht willst, dass es eskaliert, dass die Kinder einen Vorwurf hören und dass der Partner einen Vorwurf hört, dann halt in diesen gewaltfreien Schritten. Du sagst also ganz konkret, was hast Du gesehen? Die Kinder stehen beim Essen auf und rennen durch die Gegend? Dich stört das, denn du würdest gern mit denen zusammen am Tisch sitzen? Ich kenne Deine Situation nicht. Ich denke mir jetzt gerade etwas aus. Wenn das der Fall ist, kannst Du natürlich sagen: “Ich merke gerade, dass mich das stört, weil mir wichtig ist, dass wir eine Gemeinschaft haben. Könnt ihr euch bitte hinsetzen.” Dann können sie es natürlich ablehnen, denn es ist eine Bitte. Dann wissen sie aber, dass es Dir um Gemeinschaft geht und vielleicht könnt ihr es euch an anderer Stelle erfüllen. 

Es gibt hier klare Absprachen und Regeln und diese gelten nur für die gemeinsamen Kinder und mein Kind…aber nicht für sein Kind und der nutzt es voll aus

Absprachen und Regeln können hilfreich sein. Es ist hilfreich, wenn sich alle daran halten. Also wenn man diese Regeln gemeinsam vereinbart, auch mit den Kindern.

Regeln sind starr und unpersönlich

Oft ist es aber so, dass Regeln das starr und unpersönlich machen. “Man macht das so.” “Das ist die Regel.” Da ist es vielleicht hilfreicher, wenn Du von Dir sprichst und sagst, warum Dir das wichtig ist. Die Kinder können sich viel besser mit Dir verbinden. 

Zum Beispiel hatten wir den Fall, dass es darum ging, im Sommer waren die Füße nicht gewaschen. Die waren halt einfach schmutzig. Dann wollte ich nicht, dass diese schmutzigen Füße auf das Sofa kommen. Gleichzeitig will ich auch nicht dem Kind vorschreiben, dass es sich jetzt waschen muss. Dann hat das Kind die Lösung gefunden und hat sich Socken darüber gezogen. Das war für uns ok. Da gibt es ja immer diesen Spielraum. 

Es sind gemeinsame Regeln und von den Kindern formuliert. Die heimischen Kinder haben keinen Bock mehr auf das Bonuskind, weil sie jedesmal im Hintertreffen sind und der Vater nichts macht. 

Mit wem möchtest Du das denn ansprechen? Möchtest Du das mit dem Partner ansprechen? Verlangst Du, dass Dein Partner etwas tut? Dann bist Du natürlich in der Opferrolle. Denn wenn er es nicht tut, kannst Du nichts machen. Oder möchtest Du es konkret mit dem Kind ansprechen in der Situation. “Hör mal, wir hatten uns darauf geeinigt, dass wir es so und so machen. Mir ist es wichtig, dass Regeln eingehalten werden. Sag mir doch bitte, was Dich davon abhält, das jetzt zu tun.” Diese Bitte kann ja auch eine Verbindungsbitte sein.

Auf die Haltung kommt es an

Die Frage ist: Was steckt denn bei dem Kind dahinter? Warum tut er es nicht? Ist Deine Haltung so, dass Du sehen kannst, er hat irgendeinen Grund dafür. Vielleicht will er nicht dazugehören. Vielleicht hat es etwas mit Loyalität zu tun. Vielleicht steckt etwas anderes dahinter. Vielleicht will er mehr Aufmerksamkeit. 

Was sind denn das für Regeln? Das ist jetzt sehr abstrakt. Es ist immer viel effektiver, eine konkrete Situation anzugucken. 

Richtig! Ich will es auf der Partnerebene geklärt wissen. Denn er ist nicht loyal und fordert es dennoch von mir ein bei den anderen Kindern.

Da geht es Dir um Unterstützung von Deinem Partner? Ist es Unterstützung? Das kannst Du ja mal sagen. Loyal, was heißt das für Dich? Ich habe in der Richtung auch oft Konflikte, weil wir Dinge unterschiedlich sehen. Für mich ist es authentisch, wenn Dinge bei mir erlaubt sind, die bei ihm nicht erlaubt sind. Es ist natürlich schwierig, das dann entsprechend durchzusetzen. Deswegen finde ich Regeln an sich schwierig, weil die so starr sind. 
 

Mein Bedürfnis ist tagesformabhängig

Am einen Tag habe ich vielleicht stärkere Nerven. Da stört mich das nicht, wenn die Kinder durch das Wohnzimmer toben. Und am anderen Tag sage ich: “Das geht grad gar nicht. Ich brauche Ruhe.” Ich finde, wenn man sich auf die Sprachebene “Das ist aber die Regel. Punkt.” bezieht, ist es an sich trennend, weil Du ja nicht in diese Verbindung gehst. Wenn Du feststellst, die Regel wird nicht akzeptiert. Dann ist das vielleicht ein Hinweis darauf, dass man noch einmal gemeinsam über die Regel spricht. Oder halt einfach fragt: “Was stört Dich denn an der Regel?” Regeln sind ja nicht in Stein gemeißelt für alle Zeiten, sondern die sind ja immer für einen bestimmten Abschnitt gut und sinnvoll. Wenn man merkt, die Regel wird immer gebrochen, dann ist die Regel eigentlich, dass es nicht so läuft, wie die Regel ist. Das bleibt ja dann hängen. 
 
Loyalität ist für mich die Definition, dass der andere hinter einem steht.
 
Dennoch ist er ja ein eigenständiger Mensch mit eigenen Gefühlen und Bedürfnissen. Und Du auch. Wenn ihr euch da auf so etwas einigt, was so unpersönlich ist, kann es halt schnell passieren, dass der andere das nicht so tragen kann. Aus irgendeinem Grund.

In den Austausch gehen 

Ich halte es für besser, dann wieder in den Kontakt zu gehen und Dich auszutauschen. Auch mit Deinem Partner. Warum macht der das? Was steckt denn bei ihm dahinter? Vielleicht die Idee von Leichtigkeit. Er denkt, es ist einfacher, nicht auf die Regel zu pochen, sondern situationsabhängig zu entscheiden. Das kann sein. Das stört Dich vielleicht. Das ist auch ok. Aber dann macht ihr halt noch einmal eine Schleife und gebt euch gegenseitig Empathie. Du guckst, was steckt bei ihm dahinter. Und du sprichst von Dir. Dann verbindet ihr euch. Ich glaube, dass Regeln an sich eher trennend sind. 
 
Das ist auch die Amtssprache. Ich gebe da die Verantwortung ab, denn das ist die Regel. Das steht im Gesetz. Das wird so gemacht. Da ist überhaupt keine Möglichkeit, Dich persönlich zu zeigen und Dich auszutauschen. Das worum es ja eigentlich geht. 
 
Beispiel Schwimmbad: meine Kinder wissen das sie sich abmelden sollen und sagen wo sie sind, damit ich besser auf sie aufpassen kann.
 
Da geht es Dir wahrscheinlich auch um Sicherheit. 
 
Das Bonuskind geht einfach und keiner weiß, wo er ist und ich trage die Aufsicht. Das ist mir total wichtig. Die haben ihre Freiräume, aber ich kann vertrauen, wo sie sind und checken, ob es ihnen gut geht.
 
Ich denke aber, das ist ein Punkt, den Du direkt mit Deinem Bonuskind besprechen kannst. Du kannst es ihm erklären. Ich weiß jetzt nicht, wie alt er ist. 8 oder 10? Also schon durchaus ein Alter, wo er sich äußern und verstehen kann, worum es Dir geht. Wenn Du sagst: “Hör mal. Es ist im Schwimmbad. Es ist unübersichtlich. Ich bin da wirklich in Sorge. Es geht mir um die Sicherheit. Ich möchte wissen, wo Du bist. Das ist mir ganz wichtig.” Dann glaube ich, egal ob das eine Regel ist oder nicht, dass ihr euch da einfach auf dieser Ebene treffen könnt.

Regeln können Widerstand auslösen.

Wenn er versteht, dass Du das nicht nur machst, weil es die Regel ist. Das wirkt halt so. “Du hast jetzt zu gehorchen, Du hast Dich unterzuordnen. Das ist die Regel.” Da geht der Mensch automatisch in Widerstand. Das passiert ja bei uns auch. Wir hören irgendetwas und gehen sofort dagegen. Das ist ganz schwer, das dann anders aufzufassen. Ich glaube, da bist Du die, die dann mehr Gestaltungsmöglichkeiten hat. Die einfach sagen kann: “Guck mal, es geht mir wirklich um die Sicherheit.” Ihm das zu erklären. Da sehe ich wirklich die Möglichkeit, das mit Deinem Bonuskind direkt zu klären und da Dich auch zu zeigen.
 
Das ist ja dann auch die Chance, die dieses andere Problem auflöst. Ich habe so viele Pflichten, aber darf mich nicht in Entscheidungen einbringen. Da sehe ich immer diese Schwierigkeit, dass “man”, dass viele Stiefmütter sich in dieser Rolle verstecken. Was beinhaltet diese Rolle? Was beinhaltet dieser Begriff? Was darf ich? Was muss ich? Was soll ich nicht? Für mich lösen sich ganz viele Konflikte dadurch auf, dass Du einfach authentisch bist. Als Mensch. Du als Marina. Als Silke oder als wer auch immer. Und Dich einfach zeigst mit dem, was in Dir lebendig ist. Dann kannst Du dazu stehen.

Kinder möchten freiwillig kooperieren

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder viel eher kooperieren und Dich unterstützen, wenn sie das verstehen. Wenn sie es für dich machen. Ich fahre zum Beispiel nicht gern Auto. Ich habe das den Kindern erklärt. Die sagen das auch manchmal: “Autofahren ist ja nicht so deins.” Mittlerweile klappt das so gut. Ich sage: “Ich brauche hier eure Unterstützung. Ich brauche Ruhe. Ich muss mich konzentrieren.” Und die sind still. Das ist super. Das machen die, weil die mich unterstützen wollen. 
 
Die Kinder wissen, dass es mir Angst macht und ich will das sie Spaß haben, aber nicht verletzt werden. Er ist 7 und ist absolut instrumentalisiert von der Mutter, dass ich doof und streng bin. Die “Anklage” kam gerade gestern wieder von der Mutter…. Und es ist echt unfair. Bei ihr im Haushalt gibt es die gleiche Regel…Und das ist so absurd. Wer leidet bin ich mit 4 Kindern und der Ausflug. 
 
Ich glaube Du wünschst Dir da ein bisschen mehr Verständnis. Du wünschst Dir, dass Du mal gesehen wirst in dieser Schwierigkeit. Dass es belastend und anstrengend ist, Dich da jetzt um vier Kinder zu kümmern. Das ist eine große Aufgabe. Es geht Dir, glaube ich, um Sicherheit. Das kannst Du ja mal sagen, ob das stimmt. Es geht Dir, glaube ich, vielleicht um Respekt? Wertschätzung? So etwas. Gesehen werden in Deinen Bemühungen. Du möchtest ja gern, dass alle da ihren Spaß haben. Aber Du bist eben auch wichtig. Auch da sehe ich, als Lösung sozusagen, wieder das gleiche: Einfach Dich authentisch zu zeigen. 
 
Er ist 7 und ist absolut instrumentalisiert von der Mutter, dass ich doof und streng bin.
 
Das ist ja eine Bewertung. Woran wird das festgemacht? Was steckt dahinter? Was steckt da bei ihr dahinter, dass sie das sagt? Worum könnte es ihr da gehen? Verbindung, Zugehörigkeit? Das ist ja oft so diese Angst, dass man das Kind verliert. Dass es in der anderen Familie schöner ist. Da ist ja ganz viel Angst. Angst ist ja aber auch nur ein Gefühl für etwas, was dahintersteckt. Eine gewisse Sicherheit. Vielleicht geht es ihr ja auch darum, dass sie möchte, dass es ihrem Kind gut geht. Eine gewisse Leichtigkeit. Das weiß ich nicht, da müsste man da mal etwas genauer hingucken. 

Jede Situation einzeln anschauen

Da siehst Du, Du kannst nicht pauschal über alles sprechen, sondern jede Situation einzeln angucken. Dann kommst Du erst dahinter. In dieser Situation, worum ging es Dir da? Was steckte da bei Dir dahinter? Worum ging es dem anderen? Dann kannst Du in dieser Situation die Räume aufmachen und nach vielen Lösungen suchen. 
 
Richtig Sicherheit um die Kinder. Dass alle Kinder UND ich Spaß haben.
 
Das ist ja das Verbinden von Bedürfnissen
 
Und dass ich nicht nur in diese Rolle gedrückt werde, die Blöde zu sein. Nein… Ich werde nur mit Vorwürfen überhäuft.
 
Da bist Du ganz schön erschöpft?
 
Ich habe keine Angst, dass er nicht mehr kommt. Dann ist das so. Es wäre schade für die Geschwister.
 
Ich merke da bei Dir, dass Du Dir mehr Anerkennung wünschst. Dass Du gesehen wirst mit dem, was Du leistest. Du schreibst “ich werde in eine Rolle gedrückt. Ich bin die Blöde. Ich bin die Strenge.” Die Frage ist, musst Du das sein? Wer bestimmt das? Letztendlich hast Du ja immer die Entscheidungsgewalt zu sagen, wie möchte ich mich verhalten?

Authentisch sein

Ich glaube, dass dieses Regelndurchdrücken oft als streng angesehen wird, eben weil es nicht authentisch ist und nicht verbindend. Wenn Du aber dich zeigst als Marina, wenn Du zeigst, was in Dir lebendig ist als Mensch, dann ist das eine andere Art, eine andere Qualität von Verbindung. Das wird auch von Deinem Bonuskind gesehen. Auch mit 7 können Kinder das schon ganz genau wahrnehmen. Die können ganz genau wahrnehmen, da ist jemand, der ist gerade wohlwollend zu mir. Der möchte sich mit mir verbinden. Dem geht es da um eine Beziehung. Und gleichzeitig sagst Du, was in Dir lebendig ist. Das ist ja toll. Wenn Du es dann noch schaffst zu sagen: “Sag mir doch mal, warum ist Dir denn das so wichtig jetzt wegzulaufen, dass Du nicht bescheid sagen kannst?” Dann siehst Du ihn. Und er hat die Chance, dann auch noch einmal zu sagen: “Ich habe es einfach vergessen.” oder “Ich finde das total blöd.” 
 
Keine Anerkennung. Darum geht es mir nicht mal. Denn ich weiß, was ich leiste und worauf ich stolz bin. Da habe ich kein Bedürfnis. Ich drücke keine Regeln durch, ich erkläre es immer wieder und meine Kinder rocken das…..Er nicht.
 
Die Frage ist halt: Warum? Ich glaube, Regeln zu befolgen hat viel mit Vertrauen zu tun. Vertrauen, dass der andere es gut mit Dir meint und sich deshalb auf diese Regeln zurückzieht. Es könnte sein, wenn Dein Bonuskind das nicht macht, dass da diese Basis fehlt. Vielleicht auch aufgrund des Kommentars der Mutter. Die hat ja gesagt, dass Du doof und streng bist. Vielleicht geht das in diese Richtung, dass da einfach diese Beziehung als Boden fehlt. Ich würde da einfach nochmal genau draufgucken.

Lass Deine Lieblingslösung los

Diese Lieblingslösung: “Ich möchte, dass das Kind sich an diese Regel hält. Und solange es das nicht macht, bin ich unglücklich.” macht Dich halt unglücklich. Da bist Du in der Opferrolle. Mein Anliegen ist ja, Dir da die Handlungsfähigkeit zurückzugeben. Er verhält sich so, wie er sich verhält. Das ist die Realität. Du kannst es nicht ändern. Klar, Du kannst ihn darum bitten. Du kannst ihn da empathisch abholen. Du hast da gewisse Möglichkeiten. Aber wenn er nein sagt, dann ist es so. Dann liegt es aber an Dir zu sagen, dieses Verhalten löst vielleicht etwas in Dir aus, es ist aber nicht die Ursache für Dein Gefühl. Sondern dahinter steckt halt etwas. 
 
Ich habe das Gefühl das er nicht “darf”, wegen seiner Mutter. Er hat aber das Vertrauen mir zu erzählen, was seine Nöte zu Hause sind. Ich denke, ich hole mir ein Coaching…dann erzähle ich alles.
 
Hey, super! So machen wir das! 
 
Ich finde es aber für die anderen auch interessant. Wie gesagt, Du bist nicht alleine. Diese Strukturen, dieses Denken, das ist so allgegenwärtig und so normal geworden, dass ich denke, da können viele etwas mitnehmen. 
 
Ich freue mich auf jeden Fall, wenn Du Dich bei mir meldest und wenn wir da einfach nochmal ganz intensiv zusammen reingucken können. 
 
Wenn es keine anderen Fragen mehr gibt, werde ich das Video jetzt beenden. 

Zusammenfassung

Du hast die Entscheidungsgewalt darüber, wie Du etwas hörst. Das ist wirklich neu. Du bist nicht das Opfer, wenn Du einen Vorwurf bekommst, sondern Du kannst entscheiden. Entscheide ich mich dafür, hinter das Bedürfnis von demjenigen, der mir den Vorwurf macht, zu schauen oder mein eigenes Bedürfnis anzuschauen? Das macht Dich frei. Viel mehr als Schuld und Scham.
 
Ich wünsche Dir, dass Du das erleben kannst. Mach es wie Marina und einige andere: Meld Dich bei mir, dann machen wir einen Termin aus. Dann gucke ich, wie ich Dir helfen kann, auf Deinem Weg hin zu einem harmonischen, glücklichen Familienleben. 
 
Liebe Grüße, Deine Marita

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