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Last Updated on 1. November 2022 by Marita

Vorteile im Patchwork? Quatsch! Jeder weiß: Patchwork ist kompliziert, selbst wenn es gut läuft. Doch das ist nur die halbe Wahrheit…

Ja, es stimmt. Bis jeder in einer Patchworkfamilie seinen Platz gefunden hat, braucht man viel Geduld und starke Nerven. Herausforderungen gibt es in jeder Position: Kinder rutschen in Loyalitätskonflikte oder entwickeln Verlassenheitsängste, die Eltern müssen die Trennung erstmal selbst verarbeiten und Männer verstehen oft gar nicht, was eigentlich das Problem der neuen Partnerin ist. Natürlich wollen wir für all diese Probleme gute Lösungen finden (das ist schließlich auch der Sinn meiner Arbeit und dieser Webseite hier.)

Aaaaaber, es gibt tatsächlich auch Vorteile im Patchworkleben! Das sage ich, wenn ich meine 12 Jahre Patchworkerfahrung reflektiere. Das bestätigen die Stiefmütter in meiner Facebook-Gruppe. Und das ist sogar das Ergebnis einiger Studien.

Also gönn deinem Grübel-Gehirn, das auf das Wälzen von Problemen spezialisiert ist, mal eine Pause und lenke deine Aufmerksamkeit auf diese Aspekte: Die Vorteile einer Patchworkfamilie.

Vorteile für die Erwachsenen in Patchworkfamilien

Was den größten Stressfaktor ausmacht, ist gleichzeitig ebenso ein Segen: Mal sind die Kinder da und mal halt eben auch wieder nicht!

Wenn die Kinder beim anderen Elternteil sind, hat man frei

Je nach Konstellation gibt es „kinderfreie“ Tage oder gar ganze Wochenenden. Das bedeutet: ungestörte Pärchenzeit, ohne dass man dafür immer einen Babysitter engagieren muss. Oft sogar mehr und einfacher zu organisieren als das für Eltern in klassischen Familien der Fall ist.

Die Möglichkeit (dank der freien Wochenenden), Kind und Freiheit zu verbinden.

Mutter Sonja

Auch wenn noch gemeinsame Kinder im Haus leben, bringt ein Kind weniger oft schon einen Entspannungseffekt (und das so zu fühlen, ist definitiv erlaubt!) Mein Mann und ich machen sogar einmal im Jahr Urlaub zu zweit, wenn sein Sohn bei der Mama ist (und unsere gemeinsamen Kinder bei der Oma oder Patentante).

Die Zeit mit dem Partner genießt man mehr

Was man nicht immer verfügbar hat, ist umso kostbarer. Gerade weil es auch die Zeiten mit seinen Kindern gibt, ist Paarzeit eben nichts Selbstverständliches, sondern wertvoll. Dann überlegt man sich schon ganz genau, was man in den gemeinsamen Stunden machen möchte und was nicht.

Das können besondere Erlebnisse sein (früher sind wir gern ins Theater gegangen) oder auch einfach ruhige, lange Gespräche beim Spazierengehen oder einem leckeren Essen (vielleicht sogar auswärts). Ich hab eine weiße Hose, die ich bewusst immer nur dann anziehe, wenn keine Kinder da sind, die sie mit ihren Klebehänden antatschen können.

Unsere Pärchenzeit in der Therme

Eine 2. Chance für Beziehung

Bevor Patchwork entsteht, gibt es immer eine Trennung. Eltern haben die Chance, Dinge anders zu machen als beim ersten Mal. Dafür ist es notwendig, nicht in Schuldgedanken stecken zu bleiben („Dass das nicht geklappt hat, lag eben an der Ex!“). Wenn man aus der Vergangenheit lernt, können die Erfahrungen aus der letzten Beziehung die Basis für die neue legen.

Wichtig ist, keine Vergleiche zu ziehen. Ich bin überzeugt davon, dass alles seinen Sinn hat.

Mein Partner wäre nicht der Mann, in den ich mich verliebt habe, wenn er vorher nicht die Erfahrungen mit seinem Kind und seiner Ex gemacht hätte. #patchworkfamilie Klick um zu Tweeten

Besser als alleinerziehend

Getrennte Eltern sind in der Regel erstmal alleinerziehend oder zumindest in der Zeit des Umgangs komplett allein für das Kind zuständig.

Da kann es schon eine echte Wohltat sein, jemanden zu haben, der auch für die Kinder ansprechbar ist. (Was nicht heißt, dass du als neue Partnerin gleich die Verantwortung mit übernehmen musst oder solltest!)

Es tut auch einfach gut, am Abend jemanden zum Reden zu haben.

Das bringt dir ein Partner mit Kind

Zugegeben, diese Perspektive ist etwas schwieriger. Denn Eltern sehen Patchwork als Alternative zum Alleinsein nach ihrer gescheiterten Beziehung. Als Singlefrau ist die Alternative eben auch ein kinderloser Partner (mit der Aussicht auf die klassische Vater-Mutter-Kind-Familie.)

Aber auch hier gibt es Vorteile, die du durchaus mal in den Blick nehmen solltest.

Du weißt, wie dein Partner als Vater ist

Also erstmal kannst du mit Sicherheit davon ausgehen, dass dein Partner zeugungsfähig ist 😉

Doch mehr noch, du hast die Gelegenheit zu erleben, wie er sich in der Vaterrolle verhält.

Mein Partner ist ein erfahrener Vater und somit wusste ich schon vorher, dass er ein toller Papa für unser gemeinsames Kind sein wird.

Bonusmutter Dominique
Mein Mann 2010 mit seinem Sohn

Ihr könnt Erziehung üben und euch reflektieren

Im Patchwork sind die Kinder einige Tage da und dann wieder weg. Das gibt dir einerseits die Gelegenheit, deinen Partner (und ggf. dich selbst) als „Elternteil“ zu beobachten. Andererseits habt ihr danach auch den Raum, darüber zu sprechen, wie ihr euch in dieser Zeit verhalten habt. Was war gut? Was würdest du beim nächsten Mal lieber anders haben?

Wenn die Kinder permanent, jeden Tag und rund um die Uhr da sind, gibt es diese Zwischenräume gar nicht. Ich fand genau das aber wahnsinnig hilfreich, um mich selbst und uns als Eltern zu reflektieren. Welche Werte sind jedem einzelnen und uns beiden wichtig? Was sehe ich eher entspannt?

Ich habe das Gefühl, schon extrem viel über Kinder und das Leben mit Kindern gelernt zu haben, ohne selbst Kinder zu haben. 😃 Deshalb denke ich, bin ich extrem gut vorbereitet, falls ich dann auch noch ein eigenes habe und gehe da deutlich entspannter ran, als andere Jung-Mütter.

Katharina

Vielleicht erlebst du es auch ganz anders? So wie Madlen?

Bei mir ist es genau anders herum. Da ich nun weiß, was es heißt Kinder zu haben, habe ich noch mal wesentlich mehr Respekt vor der Aufgabe Elternschaft. 😄 Aber, und da stimme ich dir zu, bei einigen Sachen bekommt man schon „vorab“ einen guten Kompass, wie es laufen kann und es für vieles Lösungen gibt. Man geht gestärkter in das Abenteuer Elternschaft.

Madlen

Ich selbst habe ich Erfahrung gemacht, dass beim eigenen Kind dann doch einiges anders wird als geplant, versprochen! Allerdings sind die Gespräche vorher deshalb nicht weniger wertvoll, sondern eher noch wichtiger als Basis für all die vielen weiteren Diskussionen, die man später als Eltern haben wird…

Ohne eigenen Kinderwunsch Kinder haben

Diesen Aspekt bringt Kat perfekt auf den Punkt:

Da ich nie so einen großen Kinderwunsch hatte, sind so Teilzeitkinder echt praktisch. Es ist schön, wenn sie kommen, aber es ist auch schön, wenn sie wieder fahren.

Bonusmutter Kat

Diese Vorteile haben Kinder aus Patchworkfamilien

Dass Trennungskinder viele Päckchen zu tragen haben, ist mittlerweile weitläufig bekannt. Doch neben den Problembereichen bringt ihnen das Leben in einer Patchworkfamilie auch einige Vorteile.

Aus Einzelkindern werden Geschwister

Mein Bonuskind hätte ohne meine Töchter keine Geschwister.

Und auch für die beiden Mädchen ist es toll, einen großen Bruder zu haben.

Ich habe meinen eigenen (Halb)Bruder erst kennengelernt, als ich schon selbst erwachsen war. Mittlerweile haben wir ein so gutes Verhältnis, dass wir zusammen mit unseren Familien die Ferien verbringen. Für mich sind zusätzliche Geschwister definitiv einer der Hauptvorteile im Patchwork!

Mein erstes Kind hat einfach mal schon Geschwister 🥰

Diana
Mein Bonuskind als stolzer großer Bruder

Wenn Mama nein sagt, frage ich Papa – oder Marita

Natürlich sollte es nicht darum gehen, die Erwachsenen gegeneinander auszuspielen. Im Patchwork haben Kinder aber einfach mehr Bezugspersonen. Es gab schon Themen, die wollte mein Bonuskind eben lieber mit mir besprechen als mit Mama oder Papa (was ein total schöner Vertrauensbeweis sein kann).

An Weihnachten haben wir mit als Mehrgenerationen-Patchworkfamilie drei bis vier Omas und (Stief)Opas, es gibt Halbgeschwister-Onkel und einfach ein volles, buntes, lautes Miteinander. Was anfangs schwer ist, macht – wenn es gut läuft – einfach Spaß!

Patchworkkinder üben außerdem durch viele zusätzliche Personen in der Familie, sich auf verschiedene Charaktere und Persönlichkeiten einzustellen. Deshalb zeigt sich der nächste Punkt:

Patchworkkinder haben gute soziale Kompetenzen

Okay, im Moment wirkt es vielleicht nicht so. Klar, ständige Übergänge und Wechsel können Kinder zunächst verunsichern und Probleme mit sich bringen. Sie lernen, Regeln immer wieder neu auszuhandeln. Was bei Mama gilt, muss bei Papa noch lange nicht so sein. Da gilt es, taktvoll und diplomatisch zu sein.

Sie entwickeln die Fähigkeit, Konflikte zu lösen und ihre Bedürfnisse und Wünsche mitzuteilen. Kommunikation ist der Schlüssel!

Studien zeigen: Kinder aus Patchworkfamilien haben sogar Vorteile im Job.

Patchwork ist Persönlichkeitsentwicklung

  • Nicht nur für Kinder gilt: Im Patchwork lernt man sich selbst richtig gut kennen!
  • Wenn man bunt zusammengewürfelt wird, ist es unerlässlich, sich mit seinen eigenen Werten auseinanderzusetzen.
  • Zu erkennen, was einem selbst wichtig ist, ist der erste Schritt raus aus dem Hamsterrad. Früher oder später lernt man seine eigenen Grenzen kennen – und hoffentlich auch, sie auszudrücken. (Ich sag ja, Kommunikation ist einfach DER Schlüssel!)
  • Von Zeit zu Zeit stellt man auch fest, dass man mehr aushält, als man dachte.
  • Dabei ist Flexibilität unerlässlich (man könnte sagen: es besteht keine Gefahr in einen Alltagstrott zu verfallen)
  • Weitere Schlüsselkompetenzen: Diplomatie, Empathie, Selbstfürsorge, Multitasking, Konfliktfähigkeit, Frustrationstoleranz – danach würde sich jeder Personaler die Finger lecken 😉

Sich selbst und sein eigenes Leben zu reflektieren, andere Blickwinkel und Perspektiven zuzulassen, an verschiedenen Situationen zu wachsen, diese gemeinsam zu lösen und nicht aufzugeben, viel Geduld, diese Gruppe und der Austausch auf Augenhöhe darin.

Bonusmama Ariane

Ich hoffe, du hast jetzt ein paar Mal innerlich genickt oder einige neue Perspektiven gewonnen. Natürlich ist nicht alles im Patchworkleben rosarot – aber auch nicht alles ist schlecht.

Dir fallen noch weitere Vorteile ein? Dann ergänze sie bitte unten als Kommentar!

Der Adventskalender für (Bonus)Mütter. Deine tägliche 5-Minuten-Auszeit

Der Adventskalender startet am 1.12. Du erhältst dann jeden Tag eine Mail mit einer kurzen Geschichte und einem Video. Dabei wirst du Bonusmama "Sabine" durch ihre Adventszeit begleiten. 

Gönn dir eine tägliche Auszeit nur für Dich selbst. So kommst du gelassen durch die Adventszeit.

Das hat geklappt!

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