fbpx

Werte sind die Grundlage für das Zusammenleben in jeder Familie und der Gesellschaft. Sie bestimmen deine Handlungen, gerade in Situationen, die dich herausfordern. Wir alle treffen ständig Entscheidungen, die unsere Werte widerspiegeln. Oft passiert das allerdings völlig unbewusst!

In diesem Artikel erfährst du, wo Werte herkommen und wie sie sich von Bedürfnissen und Strategien unterscheiden.

Außerdem liest du, welche Werte mir (Marita) persönlich als Mensch und für Patchwork auf Augenhöhe wichtig sind.

Zu guter Letzt bekommst du eine Werte-Liste und Übung, mit der du deine persönlichen Werte herausfinden kannst.

Was Werte mit Gewaltfreier Kommunikation zu tun haben

Wenn du dich mit Gewaltfreier Kommunikation beschäftigst, kennst du wahrscheinlich diesen Gedanken:

„Der andere erfüllt sich doch einfach ein Bedürfnis und das sollte ich sehen und akzeptieren.“

Fakt ist: Bedürfnisse verbinden uns. Gleichzeitig ist es wichtig, klare Kante zu zeigen und zu sagen „Ich finde dieses Verhalten falsch. Mit deiner gewählten Strategie bin ich nicht einverstanden.“ Das ist kein Widerspruch zur Haltung der GFK. 

Auf der Ebene der Bedürfnisse kann Verbindung stattfinden. Das ist dann gut, wenn ich unterschiedliche Werte habe und trotzdem einen gemeinsamen Nenner finden will. 

Zuvor muss ich aber eine Klarheit über meine eigenen Werte haben. Nur dann kann ich herausfinden, ob die Werte des anderen damit übereinstimmen oder eben sich davon unterscheiden. 

Mir ist es wichtig, nach bestimmten Werten zu leben. Ich nenne das Integrität.

Bedürfnisse sind die Basis für Verbindung

Als GFK-Trainerin lege ich meinen Fokus auf Bedürfnisse. Ich bin davon überzeugt, dass jede Handlung von jedem Menschen dazu dient, sich ein Bedürfnis zu erfüllen. Das ist eine der Grundannahmen der Gewaltfreien Kommunikation.

Bedürfnisse sind positiv, vage und abstrakt, wie z.B.

  • Freiheit,
  • Sicherheit,
  • Leichtigkeit,
  • Autonomie oder
  • Nähe.

Dieses kann ich sehen und nachvollziehen, denn wir Menschen teilen alle die gleichen Bedürfnisse. Das ist die Basis für Verbindung und Austausch.

Wie Rumi sagt:

“Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.”

Wir Menschen haben grundsätzlich die gleichen Bedürfnisse – wenn auch nicht immer zur selben Zeit.

Womit erfüllen wir uns unsere Bedürfnisse?

Gleichzeitig nutzen wir bestimmte Strategien, um uns diese Bedürfnisse zu erfüllen.

Nicht jede Strategie passt für jeden Menschen.

Obwohl ich ein Bedürfnis verstehen kann, kann ich die gewählte Strategie grundlegend ablehnen.

Darin zeigen sich die persönlichen Werte.

Der Unterschied zwischen Bedürfnis (das in der Mitte steht) und Strategie (drumherum) zeigt sich am Bild der Bedürfnissonne.

Meine Werte schränken die Strategien ein. Die Bedürfnissonne zeigt den Unterschied.
Die Bedürfnissonne (aus Marita Strubelt: Patchwork Power – So wird die Sache mit der Bonusfamilie zum echten Bonus)

Was sind Werte?

Werte sind Überzeugungen, die wir aufgrund der Prägung in der eigenen Kindheit mitbekommen haben oder zu denen wir durch unsere Erfahrungen gelangt sind.

Werte schränken die Auswahl der Strategien ein.

Ein Beispiel:

  • Wir alle brauchen Nahrung. Das ist ein Grundbedürfnis des Menschen.
  • Strategien, um dieses Bedürfnis zu erfüllen, können ein Apfel oder ein Schnitzel sein.
  • Als Vegetarier kommt die Schnitzel-Strategie aber nicht für mich infrage, obwohl ein Fleischesser absolut kein Problem damit hat.
  • Vegetarismus ist ein Wert, den eben nicht alle Menschen haben. Das ist völlig in Ordnung.

Es braucht Klarheit über die eigenen Werte, um sich selbst zu orientieren und auch anderen eine Orientierung zu bieten.

Die Werte zeigen sich in den Handlungen. Handlungen sind das, was wir wahrnehmen. Aus diesen Beobachtungen machen wir uns ein Bild von der Welt und den anderen Menschen.

Das hat nichts mit Ausgrenzen zu tun, sondern mit Klarheit, für welche Werte man selbst steht. Ich kann eine Strategie falsch finden oder ablehnen und gleichzeitig sehen, welches Bedürfnis sich jemand damit erfüllt.

In Patchworkfamilien treffen häufig verschiedene Wertvorstellungen aufeinander. Wie du damit umgehen kannst, erfährst du im Artikel: Verschiedene Werte und trotzdem eine Familie.

Was für ein Mensch möchtest du sein?

Werte prägen die Persönlichkeit eines Menschen. Dabei nehmen wir Alltag unterschiedliche Rollen ein. Ich bin je nach Kontext

  • Ehefrau,
  • Tochter,
  • (Bonus)Mama,
  • Unternehmerin,
  • Trainerin,
  • Freundin,
  • Coach,
  • Teilnehmerin oder
  • Sopran 1.

Als Mensch ändere ich mich dabei nicht. Identität ist wiederholtes Sein. Der Kern von Marita ist immer derselbe. Das zeigt sich darin, wen ich geheiratet habe, wie ich mein Business führe und ob ich im Kirchenchor oder Popchor singe.

Wenn wir über längere Zeit in einer Umgebung sind, die den eigenen Werten nicht entspricht, hat das Konsequenzen. Uns „platzt der Kragen“, man sucht sich einen neuen Job oder beendet eine Beziehung. Denn natürlich können sich Werte entwickeln.

Wenn sich in einer Partnerschaft beide Partner in unterschiedliche Richtungen entwickeln, kann das zur Trennung führen – und so entstehen Patchworkfamilien! Getrennte Eltern mit jeweils unterschiedlichen Wertvorstellungen müssen in der Regel weiterhin miteinander auskommen, schon allein der Kinder wegen. Dann kommt der Fokus auf die Bedürfnisse zum Tragen. Wie das funktioniert, beschreibe ich hier: Konflikte lösen.

Welche Werte sind mir wichtig?

Patchwork auf Augenhöhe – der wichtigste Wert findet sich bereits im Logo.

Mein Wert Nr. 1: Augenhöhe

Augenhöhe bedeutet, dass alle Menschen gesehen werden. Die Bedürfnisse jedes einzelnen zählen gleich viel, und zwar unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Alter. Insofern distanziere ich mich von Sexismus, Rassismus und Adultismus. Ich gehe als Mensch mit anderen Menschen in Kontakt, nicht aus einer vermeintlich überlegenen Rolle heraus. Das löst übrigens auch das Stiefmutter-Dilemma „Du hast mir gar nichts zu sagen!“ auf. Mein Tool zur gemeinsamen Lösungsfindung ist unden.

Ich nenne das: Gleichwürdigkeit.

Mein Wert Nr. 2: Aufrichtigkeit

It takes two to Tango – es gehören immer zwei dazu. Augenhöhe funktioniert nur, wenn man selber bereit ist, sich zu zeigen. Das setzt eine Reflexion und innere Klarheit voraus. Dabei geht es darum, am „eigenes Endes des Seils“ zu bleiben. Ich gebe nicht meinem Gegenüber die „Schuld“ daran, wie es mir geht. Stattdessen forsche ich nach meinem Gefühl und meinem Bedürfnis. Dieses teile ich dem anderen mit. 

Ich nenne das: Aufrichtigkeit.

Mein Wert Nr. 3: Empathie

Jeder Mensch handelt, um sich eigene Bedürfnisse zu erfüllen. Meine Haltung: Ich will den anderen ganz verstehen, seine Beweggründe nachvollziehen und auf die Bedürfnisse schauen. Gleichzeitig heißt verstehen eben nicht einverstanden sein zu müssen. Ich kann bestimmte Verhaltensweisen ablehnen und gleichzeitig den guten Grund dahinter sehen.

Ich nenne das: Empathie.

Mein Wert Nr. 4: Freiwilligkeit

Jeder darf grundsätzlich um alles bitten, und eine Bitte darf immer auch abgelehnt werden. Wenn Menschen nicht kooperieren wollen, liegt es in der Regel daran, dass ein eigenes Bedürfnis dem entgegensteht. Schon Kinder wollen Teil einer Gruppe sein und dazu beitragen, dass es allen gut geht. Entscheidend ist, dass das ohne Zwang passiert.

Ich nenne das: Freiwilligkeit.

Mein Wert Nr. 5: Leichtigkeit

„Das Leben ist zu kurz für schlechte Musik, zu kurz für Beziehungsstress und blöden Psychokrieg.“

Die Wise Guys

Ich frage mich grundsätzlich, worin ich meine Energie investieren möchte. Wird diese Sache, die mich gerade dermaßen aufregt, in einem Jahr noch relevant sein? Lohnt es sich für mich, an dieser bestimmten Stelle zu „kämpfen“ oder kann ich die langfristige Perspektive einnehmen? Oft verändert sich durch diesen Blickwechsel schon die Brisanz der aktuellen Situation.

Ich nenne das: Leichtigkeit.

Taten sind wichtiger als Worte bzw. Werte

Diese fünf Werte sind mir am wichtigsten. Viele weiteren lassen sich darin einsortieren. Manchmal reicht eine andere Bezeichnung und ich lande bei:

  1. Respekt,
  2. Eigenverantwortung,
  3. Zuverlässigkeit,
  4. Selbstbestimmung und
  5. Lebenslust.

Entscheidend ist nicht die „Überschrift“, sondern der Inhalt.

Unsere Werte sind nicht das, was wir uns in aller Ruhe abends im Bett überlegen. Sondern unsere Werte sind das, was wir dann tun. Darin drücken sich unsere Werte aus. Sie zeigen sich in Deinen alltäglichen Entscheidungen und Handlungen. 

aus: Marita Strubelt – Patchwork Power

Authentisch zu sein, bedeutet, dass Taten, Werte und das große Warum dahinter zusammenpassen. Dann fühlen wir uns selbst wohl und können anderen eine Orientierung geben.

Hast du deine Werte schon klar? Hier ist noch eine Übung und eine Werte-Liste für dich.

Werte Übung

  1. Schau Dir die Werteliste an. Du kannst sie um weitere Werte ergänzen. 
  2. Streiche die Werte aus der Liste, die Dir nicht so wichtig sind. Am Ende sollten noch 10 übrig bleiben. 
  3. Bringe diese 10 Werte in eine Reihenfolge. Beginne mit dem, der Dir am wichtigsten ist. 
  4. Schau Dir Deine Top 3 Werte an. 
    1. Woran merkst Du in Deinem Verhalten, dass Dir diese Werte wichtig sind?
    2. Woran merken das andere Menschen?

Werte Liste von A bis Z

  • Abwechslung 
  • Abenteuer 
  • Achtung
  • Aktivität
  • Akzeptanz
  • Alleinsein
  • Anerkennung 
  • Arbeit 
  • Ausgeglichenheit 
  • Begeisterung
  • Behaglichkeit
  • Bequemlichkeit 
  • Beständigkeit 
  • Beziehung 
  • Bildung 
  • Charisma
  • Demokratie
  • Distanz 
  • Disziplin
  • Durchsetzungsvermögen
  • Ebenbürtigkeit 
  • Effizienz
  • Ehre
  • Ehrgeiz 
  • Ehrlichkeit
  • Einfluss
  • Entschlossenheit 
  • Erfolg 
  • Ethik
  • Fairness
  • Familie
  • Fleiß 
  • Flexibilität 
  • Fantasie 
  • Freiheit
  • Freude
  • Freundlichkeit
  • Freundschaft
  • Frieden 
  • Geborgenheit 
  • Gastlichkeit 
  • Gelassenheit 
  • Geld
  • Genuss
  • Gerechtigkeit
  • Geschmack
  • Geselligkeit 
  • Gesundheit 
  • Glaube
  • Gleichheit
  • Glück
  • Großzügigkeit
  • Harmonie
  • Heiterkeit 
  • Herausforderung 
  • Herkunft 
  • Hilfsbereitschaft 
  • Hingabe 
  • Höflichkeit 
  • Hoher Lebensstil 
  • Humor 
  • Identität 
  • Individualismus
  • Integrität
  • Kameradschaft
  • Karriere
  • Klarheit
  • Klugheit
  • Kompetenz
  • Komfort
  • Kontrolle
  • Korrektheit 
  • Kreativität
  • Lässigkeit
  • Lebenslust
  • Leistung
  • Liebe
  • Loyalität
  • Luxus
  • Macht
  • Menschlichkeit
  • Mitgefühl
  • Mut
  • Nachsicht
  • Nähe
  • Natur
  • Neugier
  • Objektivität
  • Offenheit
  • Optimismus
  • Ordnung
  • Partnerschaft
  • Perfektion
  • Persönlichkeit
  • Pflichtbewusstsein 
  • Phantasie
  • Pragmatismus
  • Pünktlichkeit
  • Rechtmäßigkeit
  • Redegewandtheit 
  • Reichtum 
  • Respekt 
  • Romantik
  • Ruhe
  • Ruhm 
  • Sauberkeit
  • Schönheit 
  • Selbstverantwortung
  • Selbstvertrauen
  • Selbstverwirklichung
  • Sicherheit
  • Sparsamkeit
  • Spaß
  • Spontanität 
  • Sport
  • Stärke
  • Status 
  • Tapferkeit
  • Tatkraft
  • Toleranz
  • Treue
  • Überlegenheit
  • Überzeugung
  • Umweltschutz
  • Unabhängigkeit
  • Unparteilichkeit
  • Veränderung
  • Verantwortung
  • Vergnügen 
  • Vernunft
  • Verständnis
  • Vertrauen
  • Wahrheit 
  • Weisheit
  • Weitblick
  • Wettbewerb
  • Wissen 
  • Zärtlichkeit 
  • Zeit
  • Zielbewusstsein
  • Zufriedenheit
  • Zugehörigkeit
  • Zuverlässigkeit
  • Zuversicht

Einen guten ersten Anhaltspunkt über deine Werte gibt dir auch dieser Test von einguterplan. Dort erfolgt die Auswertung automatisch, und du bekommst nach einigen Klicks deine 3 Kernwerte angezeigt.

So, jetzt bist du dran: Welcher Wert ist dir besonders wichtig? Warum? Worin zeigt sich das?

Schreib es mir im Kommentar!

Raus aus dem Stiefmutter-Hamsterrad!

 

Weniger Selbstzweifel - mehr Gelassenheit und Kraft. Ich zeige Dir, wie es geht. Abonniere jetzt kostenlos die PatchworkPowerPost, und ich schenke Dir das E-Book "Raus aus dem Stiefmutter-Hamsterrad" als pdf.

Das hat geklappt!

Pin It on Pinterest

Share This